Ingo Schulze

Mr. Neitherkorn und das Schicksal

Erzählung
Cover: Mr. Neitherkorn und das Schicksal
Edition Mariannenpresse, Berlin 2002
ISBN 9783926433251
Gebunden, 42 Seiten, 140,00 EUR

Klappentext

Mit Steindrucken von Erik Buchholz und Kay Voigtmann. Dass sich Ingo Schulzes Erzählung ein wenig im Kreis dreht, noch dazu im Kreis von Friseuren, die es, (wie den Autor), nach New York verschlagen hat, ist beabsichtigt. Schulze beruft sich da, wie es sich für deutsche Dichter gehört, auf Goethe: "Das Schicksal, für dessen Weisheit ich alle Ehrfurcht trage, mag an dem Zufall, durch den es wirkt, ein sehr ungelenkes Organ haben." Dieser Satz, so meint der Autor, beantworte schlechthin alle Fragen: "Selbst solche, die mich in der Schulzeit bedrängten: Warum ist die historische Mission der Arbeiterklasse gesetzmäßig und warum muß die Arbeiterklasse von einer Partei neuen Typus geführt werden? Weil das Schicksal im Zufall ein ungelenkes Organ hat." Halt, rufen die beiden Künstler Erik Buchholz und Kay Voigtmann, wir haben verstanden - und inszenieren um Schulzes Text ein Wechselspiel zweier Handschriften auf (Litho-)Stein und Papier, das sie als 'Kreisen um eine illustrierende Form' bezeichnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.11.2002

Gleichermaßen "kunstvoll" wie "poetologisch verräterisch" findet Nicole Henneberg die 1996 in New York geschriebene Geschichte des in Dresden geborenen Ingo Schulze. Denn Schulzes Erzähler sei erfrischend ehrlich "ratlos" und lasse den Leser an der Ratlosigkeit, was er denn als Deutscher in New York über Deutsche schreiben wolle, Satz für Satz teilhaben. Und dabei kommt dann, verrät die Rezensentin, eine Erzählung heraus, die sie für ein "Bindeglied" zwischen Schulzes Debüt "33 Augenblicke des Glücks" von 1995 und "Simple storys" von 1998 hält. Der Text ist zwar "kurz", aber "wichtig" für das Werk dieses "vielstimmigen" Autors, "ein "gelungenes Intermezzo", das beim Leser die Lust nach mehr weckt, schwärmt Henneberg. Berückt ist die Rezensentin auch ganz grundsätzlich vom Verlag, der Edition Mariannenpresse, die bildende Künstler und Autoren zusammenbringe. Auch diese Ausgabe mit Steindrucken der Geraer Künstler Erik Buchholz und Kay Voigtmann ist ausgesprochen "schön ausgestattet", verspricht Henneberg.