Aus dem Russischen von Regine Kühn. Dieser Roman ist rasante Verschwörungsgeschichte, Beichte eines Taugenichts und detailreicher Dokumentarroman einer Zeit der Flucht und der Unruhen. Das Vermächtnis eines durch die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts irrlichternden Künstlers, der die Moderne miterfand und mit den Großen seiner Zeit auf Du und Du stand. Iliazd, ein Georgier, der Russisch sprach, in Frankreich lebte und starb und sich zwischendurch in die Stadt Konstantinopel verliebte, wo er eines seiner aufregendsten Jahre verbrachte. "Philosophia" berichtet in übermütiger Fabulierlust aus den Jahren 1920/21, in denen die Stadt überfüllt ist von Tausenden russischen Soldaten der Weißen Armee, die von den roten Truppen zurückgeschlagen wurden, Aristokraten mit ihren Familien, Lebedamen, heruntergekommenen Intellektuellen und verarmten Künstlern. Ein Sprachkunstwerk, das seinesgleichen sucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.01.2018
Oleg Jurjew verrät nicht allzu viel über Ilja Sdanewitschs im Konstantinopel der 1920er Jahre spielenden Roman. Kein Fragment, aber auch nicht ganz vollendet, scheint der Text dem Rezensenten ein sehr russisches Buch in der Tradition des antirevolutionären Romans zu sein, der den Leser vor allem durch die Beschreibungen der Stadt, ihrer Geschäfte, Straßen, Plätze, Gerüche und Geheimnisse bezaubert. Geheimnisvolle Kräfte, die auf den Helden wirken und eine Verschwörung russischer Offiziere mit dem Zweck, die Hagia Sophia für die christliche Orthodoxie zurückzugewinnen, machen die Lektüre für Jurjew reizvoll.
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