Aus dem Neugriechischen von Roland Hampe. Äolien - das ist der Küstenstreifen im Westen der Türkei, gegenüber der lnsel Lesbos, wo seit alters her die Griechen lebten, bis mit Beginn des Ersten Weltkrieges die Christenverfolgung in der Türkei einsetzte und die Griechen nach dem verlorenen griechisch-türkischen Krieg Anfang der zwanziger Jahre das Land verlassen mußten. Von dieser Landschaft und ihren Bewohnern erzählt Ilias Venesis (1904-1973) in diesem Roman. Zusammen mit seinen Schwestern wächst der kleine Petros auf dem Gutshof seines Großvaters auf. Es ist eine glückliche Kindheit in einer in sich geschlossenen und intakten Gesellschaft inmitten einer paradiesischen Landschaft, der die Menschen aufs engste verbunden sind. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zerstört auch diese Idylle.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.11.2001
Das größte Unglück in der europäischen Geschichte des letzten Jahrhunderts ist für Burkhard Müller die "gewaltsame Entmischung der alten Kulturlandschaften", wie die Teilung griechischer Landstriche in das heutige Griechenland und die Türkei und die Abtrennung deutscher Gebiete. Die griechische Tragödie hat der Schriftsteller Ilias Venesis (1904 bis 1973) in seinem Roman "Äolische Erde", der nun als Taschenbuch vorliegt, zum Thema gemacht. Er schildert die Geschichte einer griechischen Kindheit und die Vertreibung der Hirten aus Äolien, dem Nordteil der einst griechischen Küste, dem Abschnitt, wo Troja und Izmir liegen. Dem Rezensenten hat dieser Roman vor Augen geführt, was er in der deutschen Literatur der letzten fünfzig Jahre vermisst hat: die literarische Verarbeitung von Vertreibung und die Klage über die verlorene Heimat. Venesis ist es gelungen, diese Klage unpolitisch zu formulieren, in der deutschen Literatur, meint Müller, steht das noch aus.
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