Ian McEwan

Solar

Roman
Cover: Solar
Diogenes Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783257067651
Gebunden, 405 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Werner Schmitz. Michael Beard ist Physiker und Frauenheld. Er hat den Nobelpreis erhalten, doch ist er alles andere als nobel: Im Beruf ruht er sich auf seinen Lorbeeren aus, privat hält es ihn auf Dauer bei keiner Frau. Bis die geniale Idee eines Rivalen für Zündstoff in seinem Leben sorgt. In Solar geht es nicht nur um Sonnen-, sondern auch um kriminelle Energie.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2010

Die "handfeste Komik" dieses Buchs entlockte Christian Seiler eigenen Bekunden zufolge immer wieder lautes Glucksen. Denn Überraschung: so lustig und sarkastisch habe der sonst so ernst erzählende Autor noch nie geschrieben. Bereits die Beschreibung der Hauptfigur, eines Physikgenies, hat den Rezensenten sehr eingenommen: "Glatzköpfig, sexsüchtig, egozentrisch - und ziemlich klug." Dieser Nobelpreisträger nun führe mit Aberwitz durch Fragen des Klimawandels, und was Ian McEwans aus diesem Themenkomplex macht, sieht sich der begeisterte Kritiker nur unzureichend in der Lage, wiederzugeben: eine "Operette der Egomanie". Bei allem sei das Buch auch noch profund recherchiert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.10.2010

Langen Nachhall finden bei Dirk Knipphals zwei Bücher von Harald Martenstein und Ian McEwan, obwohl der eine ein Kolumnenautor, der andere ein britischer Erfolgsautor ist - und beide gleichermaßen bei Rezensenten etwas verpönt seien, wie er meint. In McEwans Roman hat er nicht das gewichtige "politische" Buch gefunden, als das es in der britischen Presse gelobt worden ist, dafür preist er es als ausgesprochen komische "Wissenschaftssatire". Klima- und Energieproblematik dienen in diesem Roman als Vehikel, alle "Heilserwartungen", die man an Leben und Literatur haben könnte, "radikal" abzuschmettern und das mit überwältigender Komik, so Knipphals. Er sieht in McEwans Physiker, der nach Erhalt des Nobelpreises in jungen Jahren nur immer dicker wird und zum "betrogenen Betrüger" wird, eine "zutiefst postheroische" Figur, die ihm diesen Roman ans Herz hat wachsen lassen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2010

Sehr eingenommen ist Thomas Hermann von Ian McEwans Ökologie-Roman "Solar", der in der angelsächsischen Kritik nicht nur auf Gegenliebe stieß. Die Schwierigkeit, das ernste Thema des Klimawandels literarisch zu verarbeiten, hat der Autor in Hermanns Augen exzellent gemeistert. Im Mittelpunkt sieht er den Wissenschaftler Michael Beard, der bereits mit 40 Jahren den Physik-Nobelpreis erhalten hat, um sich fortan auf Geld, Ruhm und Ehre auszuruhen, zu viel zu trinken und zahllose Frauengeschichten zu haben. Erst als Beard mitbekommt, dass seine fünfte Frau etwas mit dem Solarexperten Tom Aldous hatte, schwingt er sich selber zum Weltenretter auf. Hermann bescheinigt dem Autor, der sich seit Jahren mit dem Klimawandel befasst, das Thema mit literarischen Witz anzugehen. McEwan gelingt es seines Erachtens, Witz und Wahrheitssuche gekonnt zusammenzubringen. Sein Fazit: ein höchst unterhaltsamer Roman, der trotz seiner Komik nichts beschönigt und zum Nachdenken anregt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Tja, was soll man sagen, ein perfekter Roman. Mit Ian McEwans neuem Buch hat Rezensent Markus Gasser ihn tatsächlich gefunden. Kurz noch den Weg des Autors vom makabren Giftmischer des Literaturbetriebs über seinen Platz neben all den Jonathan Franzens des postpostmodernen Romans bis hin zu diesem hier skizziert. Und dann anfangen zu lesen, um nicht mehr aufzuhören, eintauchen in McEwans Abenteuerkosmos, glücklich gelenkt mittels eines "scharfkonturierten Plots". Wichtig zu wissen: Um Solarenergie geht es nur am Rande. Für Gasser nur vorgeschobene Aussage, um das Räderwerk des Romans in Gang zu bringen. Und er ist froh darüber. Ein Roman ist schließlich kein Debattenfeuilleton. Wenn McEwan hier und da sarkastisch gegen Klimawandelrhetorik Stellung bezieht, durch seine Figur, einen Handelsreisenden in solchen Sachen, indem er ihn mehr um Suff und Völlerei als um den Planeten sich sorgen lässt, so genügt das Gasser als Konzession an den Zeitgeist voll und ganz.
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