Iain Lawrence

Der Herr der Nussknacker

(Ab 10 Jahren)
Cover: Der Herr der Nussknacker
Freies Geistesleben Verlag, Stuttgart 2004
ISBN 9783772522468
Gebunden, 224 Seiten, 14,50 EUR

Klappentext

Im August 2004 werden neunzig Jahre seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges vergangen sein. Iain Lawrence versetzt junge Leser mitten hinein in die Stimmung und die Ereignisse der letzten vier Monate des Jahres 1914, der ersten vier jenes schrecklichen, zermürbenden Krieges. Johnny, dessen Vater Spielzeugmacher ist - der beste in ganz London -, erlebt das Kriegsgeschehen besonders intensiv: durch die Briefe, die ihm sein Vater regelmäßig von der Front in Frankreich schickt und die jedes Mal einen neuen Spielzeugsoldaten enthalten, und durch sein eigenes Kriegspielen im Kleinen. Die Schilderungen des Vaters bestimmen Johnnys Spiel. Aber irgendwie scheint sein eigenes Schützengrabenspiel im Garten auch nicht ohne Einfluss auf die Ereignisse an der Front zu sein. Und Johnny macht ein ganzes Spektrum von Gefühlen durch: ungläubiges Staunen angesichts des jähen Hasses gegenüber einigen Deutschen, die vorher in London ihre Freunde und Nachbarn waren, uneingeschränkte Parteinahme für Briten und Franzosen, Stolz, Faszination, Angst, Grauen bis hin zu Mitleid, Sehnsucht nach Menschlichkeit und Frieden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2004

Franziska Augstein ist vollkommen fasziniert von Iain Lawrence Kinderbuch, das sie am liebsten mit einem Jugendbuchpreis ehren würde. Während des ersten Weltkrieges spielt ein kleiner Junge mit seiner kleinen Freundin im Garten der Tante die Kriegsschlachten nach. Und zwar mit Holzfiguren, die ihm sein an der Westfront stationierter Vater, ein Spielzeugmacher, mit Briefen nach Hause schickt. Durch die "bewegenden", aber "niemals traurigen" oder "grausamen" Kriegsspiele des kleinen Johnny erfährt der Leser von den Hoffnungen und Ängsten einfacher Soldaten im ersten Weltkrieg, die der Autor minutiös recherchiert hat, wie Augstein lobend erwähnt. Was aber noch viel großartiger ist: Das Buch ist nicht nur eine gelungene Reflexion über das Wesen des Krieges, sondern eine wundervolle Parabel über die großen moralischen Fragen, die sich im Alltag der Menschen verstecken: "Was schuldet man seinen Freunden, wie schafft man es, mutig zu sein?"
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