Howard Zinn

Marx in Soho

Dramolett für eine Stimme
Cover: Marx in Soho
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2000
ISBN 9783434504849
Gebunden, 83 Seiten, 12,68 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Heide Sommer. Durch einen bürokratischen Fehler der "Oberen Behörde" erscheint Karl Marx nicht, wie geplant und beantragt, im Soho Londons, sondern im New Yorker Soho der Gegenwart. Hier sieht er sich mit sozialen Problemen konfrontiert, die ihm nur allzu vertraut sind und über die er mit Gusto und Verve herfällt. Wie es aber bei älteren Herrschaften so geht, schweift er schnell ab, und wir erfahren und alles, und endlich die Wahrheit, über seine Ehe, die Liebe zu seiner Frau und den Kindern, den Abscheu vor frühen "Marxisten" und die tumultuösen Debatten mit dem trinkfreudigen Freund und Erzgegner Bakunin. Zinn läßt Marx erneut über die eigenen Thesen nachdenken, kräftig herausgefordert von der immer kritischen Ehefrau Jenny und der brillanten Tochter Eleanor.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.12.2000

Rudolf Walther erläutert zunächst, dass Zinn in den USA als Kind armer jüdisch-österreichischer Einwanderer geboren wurde und die Zeit der Depression miterlebt hat, bevor er sich später an der Universität kritisch mit Karl Marx beschäftigt hat. In dem vorliegenden Band lässt Zinn nun Marx über die Zustände im Londoner Stadtteil Soho im späten 19. Jahrhundert und die im heutigen New Yorker SoHo nachdenken, "um festzustellen, dass der alte Marx nicht in allem falsch lag". Die große Stärke des Dramoletts sieht der Rezensent jedoch vor allem darin, mittels einer sehr "plastischen " Sprache das Leben Marx` und sein Werk "in seinen Grundzügen und grotesken Widersprüchen darzustellen". Als Beispiel dafür erwähnt Walther eine Szene, in der Marx erläutert, dass zwar alle Möbel verpfändet sind, die Familie aber immerhin noch ein Dienstmädchen beschäftigt. Manches ist zwar, wie der Rezensent betont, frei erfunden. Doch hält er manche dieser Passagen "in ihrem Kern (für) oft aussagekräftiger als biografisch verbürgte Details".
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