In englischer Sprache Im Januar 1976, als George Lucas die Dreharbeiten zu seinem neuen Film - damals noch unter dem Titel "The Star Wars" - vorbereitete, bat er Marvel Comics, zum Kinostart eine Comic-Adaption zu veröffentlichen. Marvel zeigte sich zunächst zurückhaltend, änderte seine Meinung jedoch, als klar wurde, dass Lucas die Lizenzrechte kostenlos zur Verfügung stellen würde. Lizenzgebühren sollten erst fällig werden, wenn sich der Comic mehr als 100.000 Mal verkaufte.Nach dem Kinostart im Mai 1977 erkannte Marvel schnell, dass man einen absoluten Megahit gelandet hatte. Die ersten Ausgaben, geschrieben von Roy Thomas und gezeichnet von Howard Chaykin - einem jungen Künstler, den Lucas im Independent-Comic StarReach* entdeckt hatte - verkauften sich über eine Million Mal. Das waren viermal so viele Exemplare wie Marvels erfolgreichster Superheldentitel The Amazing Spider-Man. Daraufhin wurde Star Wars zu einer monatlich erscheinenden Comicserie.Da in den nächsten Jahren kein neuer Film geplant war und die Fans nach weiteren Geschichten lechzten, veröffentlichte Lucasfilm mehrere Romane. Doch die einzige regelmäßige Quelle für neue Abenteuer blieb die Comicserie. Dank der herausragenden Kreativen, die die Geschichten prägten, übertraf sie weiterhin alle anderen Marvel-Titel bei den Verkaufszahlen. Zu Roy Thomas und Howard Chaykin stießen schon bald Autor Archie Goodwin und Zeichner Carmine Infantino hinzu. Gemeinsam schickten sie Luke, Han, Leia und Darth Vader auf Reisen durch die gesamte Galaxis, erkundeten neue Welten und führten zahlreiche neue Figuren ein.
Fasziniert schaut Rezensent Holger Kreitling dem "Mythos" Star Wars beim Wachsen zu und zwar in einem neuen Prachtband mit den 23 ersten "Star Wars"-Comics ab 1977. Die ersten sechs Hefte erzählen den Film "Krieg der Sterne" nach, erklärt der Kritiker. Die Figuren sehen den Schauspielern eigentlich so gar nicht ähnlich und wirken eher "gesichtslos" beobachtet er. Aber dafür sieht Chewbacca viel gefährlicher aus als im Film und die dicke Kröte Jabba the Hut erinnert den Kritiker eher an Jar-Jar Binks aus "Die dunkle Bedrohung". Nicht nur kleine Änderungen an der Handlung haben es dem Kritiker angetan, sondern auch die "Marvel-Farbgebung der Post-Hippie-Ära", Purpur und Lila überwiegen, überhaupt hat der Zeichner Jim Steranko hier mit Farbe nicht gegeizt. Interessant findet der Kritiker aber auch alles, was sich außerhalb der Story im Band befindet: Die damaligen Werbeanzeigen, zum Beispiel für ein Kindergewehr oder eine betende Puppe, lassen eine "seltsame" Vergangenheit auferstehen. "Üppig" ausgestattet ist diese Ausgabe allemal, der Kritiker hat seine Freude daran.
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