Was ist das wirklich: Dichtung? Wenn Wörter Wirklichkeit erzeugen - und die Sprache ist der Menschheit ja nicht fertig ins Maul gefallen -, so sind Dichtung und Leben untrennbar miteinander verwoben. Nachdenken über Dichtung heißt somit, über das Leben nachdenken zu müssen. Der Autor muß sich prüfen, wie er lebt, und muß sich Rechenschaft ablegen über seine Verantwortung, wenn er Dichtung in die Welt setzt. Wie er es tut und was er unter Dichtung versteht, legt Christoph Wilhelm Aigner in seiner Poetologie offen, bis hin zu jenen zehn Einsichten, die sein und damit das Leben seiner Gedichte beeinflußt haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2001
Hans Jürgen Balmes scheint in diesem Band nicht viel Neues über Gedichtinterpretationen erfahren zu haben. Denn nach Aigner kann man Gedichten "genauso wenig ins Herz schauen (...) wie einem Frosch in den Kopf", womit die Diskussion um Interpretation nach Balmes schon gleich wieder beendet ist. Ansonsten enthält der Band, wie der Leser erfährt, Landschaftsbeschreibungen, Aphorismen und "pathetische Selbstbeschreibungen". Äußerst widersprüchlich findet der Rezensent, was Aigner über das Reimen sagt. So halte der Autor Reime einerseits für 'Äußerlichkeiten', andererseits für "manchmal direkt 'vorgeschrieben'", und dann erläutert er wieder seine eigenen Reime, wie der Rezensent verwundert feststellt.
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