Aus dem Amerikanischen von Mathilde Mann. Hulda, älteste Tochter des Pfarrers einer Fjordgemeinde, soll den durchaus sympathischen, jedoch etwas langweiligen Hilfspfarrer heiraten, aber ein eleganter Nichtsnutz und ihr eigener fester Wille stehen dem entgegen. Trotzdem schließen sich die Fesseln immer enger um sie und eine Entscheidung zwischen Selbstbestimmung und Anpassung ist mit allen daraus folgenden Konsequenzen unvermeidlich. Hjalmar Hjorth Boyesens Roman spannt einen Bogen vom norwegischen Landleben zwischen Idylle und Zwang hin zur amerikanischen Großstadt zwischen kapitalistischer Gier und demokratischem Lebensstil.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.07.2008
Peter Urban-Halle ruft den vergessenen, 1848 in Norwegen geborenen und schon früh nach Amerika ausgewanderten Schriftsteller Hjalmar Hjorth Boyesen ins Gedächtnis, dessen realistischen Romane auch in Deutschland geschätzt wurden. Nun kann man die Geschichte um die junge Hulda wieder entdecken, die einen langweiligen Theologen heiraten soll, im letzten Augenblick aber mit einem Künstler durchbrennt. Das Ganze lässt sich laut Urban-Halle ganz vergnüglich lesen, weil Boyesen seine dramatische Liebesgeschichte mit Charme und Ironie präsentiert, wenn er mitunter auch zu einem etwas "steifen Ton" neigt. Was dem Roman aber Schwung verleiht, sind die atmosphärisch dicht gestalteten Szenen, die mit ihren Spannungseffekten einem Hitchcock Freude gemacht hätten, freut sich der Rezensent, über diese gute Unterhaltung. Dass die Übersetzerin Mathilde Mann den Roman "bearbeitet" hat, indem sie Pathetisches kürzte und einen Schlusssatz anhängte, hat dem Buch nach Einschätzung des Rezensenten wahrscheinlich ganz gut getan.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…