Herbert Zeman (Hg.)

Geschichte der Literatur in Österreich: Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 7: Das 20. Jahrhundert

Cover: Geschichte der Literatur in Österreich: Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 7: Das 20. Jahrhundert
Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1999
ISBN 9783201016872
Gebunden, 832 Seiten, 60,33 EUR

Klappentext

Mit Beiträgen von Wolfgang Kraus, Ernst Fischer, Joseph P. Strelka, Herbert Zeman, Walter Zettl. Der vorliegende Band ist der erste Versuch einer zusammenfassenden Darstellung der österreichischen Literatur im 20. Jh. Es ist eine Pionierarbeit, die einerseits der Detailforschung dankbar verpflichtet ist, andererseits über weite Strecken literarisches Neuland erschließt. Aus Zeitgenossenschaft und objektivierender Distanz zeichnet W. Zettl die turbulenten Jahrzehnte um den Ersten und Zweiten Weltkrieg und führt in die ruhigeren, aber vom Aufbruch gekennzeichneten Perioden der Zweiten Republik weiter. J. P. Strelka charakterisiert zum ersten Mal zusammenfassend die nur schwer überblickbare Exilliteratur, die in aller Welt Spuren hinterließ. E. Fischer gibt ein detailreiches Bild der Entwicklungslinie dessen, was man »Gegenwartsliteratur« nennt. Dieses literarhistorische Panorama ergänzen zwei Beiträge: W. Kraus gibt einen essayistischen Überblick seiner Teilnahme am Literaturbetrieb nach dem Zweiten Weltkrieg, und H. Zeman versucht, den Entwicklungsrahmen der österreichischen Literatur und deren Daseinsweise zu definieren und das gesamte literaturgeschichtliche Unternehmen zu begründen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2000

Diese Abhandlung entspricht nach Hans-Albrecht Koch "eher den Kriterien herkömmlicher Literaturgeschichtsschreibung", was er jedoch ausdrücklich begrüßt. Und so erläutert er, dass der Band chronologisch vorgeht, und dass die vier Kapitel von vier verschiedenen Autoren dabei "auf sehr unterschiedliche Tonarten gestimmt sind". Walter Zettel Beitrag über die Zeit bis zum Nationalsozialismus gefällt dem Rezensenten vor allem deswegen, weil auch fast vergessene ländliche Autoren berücksichtigt werden und damit auch die für Österreich bedeutsame "Bipolarität von Metropole und Provinz" deutlich wird. Allerdings zeigt sich Koch verwundert, dass die Übersetzer hier nur beiläufig abgehandelt werden. Als "Glanzlicht literaturwissenschaftlicher Zeitgeschichtsschreibung" wertet der Rezensent den Beitrag von Wolfgang Kraus `Zwischen Wohlstand und Trümmern`, in denen der Autor auf sehr objektive Weise (wie Koch ausdrücklich betont) beispielsweise die Standpunkte der einzelnen Verbände skizziert. Großes Lob sendet Koch auch an den Herausgeber Herbert Zeman, der einen Text zum Thema "literaturhistorische Entfaltungen im mitteleuropäischen Raum" verfasst hat. Hier weist Koch besonders auf die "stringenten Argumente" des Autors hin.