Herbert Müller-Guttenbrunn

Alphabet des anarchistischen Amateurs

Cover: Alphabet des anarchistischen Amateurs
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2007
ISBN 9783882218862
Gebunden, 432 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Beatrix Müller-Kampel. Bürgerseele, Cunnilingus, Defloration, Dollar, Fernsehen, Frauenemanzipation, Geburtenrückgang, Geld, Todesstrafe, Vorhaut Christi: Keine Peinlichkeit und keine Scheinheiligkeit bleibt unentdeckt vom wachen und gnadenlosen Blick Herbert Müller-Guttenbrunns, der sich in diesem vergnüglichen Alphabet schonungslos über verschiedenste unserer Alltäglichkeiten hermacht. Herbert Müller-Guttenbrunn ist nicht irgendwer: Als gefürchteter Satiriker und Pamphletist führte er eine Zeitschrift ähnlich wie Karl Kraus fast in Alleinregie: "Das Nebelhorn". Darin übertraf er jenen sogar an Schärfe der Beobachtung und des Ausdrucks. Kaum einen Sachverhalt, den er nicht unter die Lupe der Satire (die auch mal grobianische Polemik sein kann) legt. Ziel seiner aphoristischen Klinge ist der Mord, nämlich der Mord am Schwachsinn, d.i. an der mit ihm leider schon identischen Autorität. Die Herausgeberin Beatrix Müller-Kampel ordnet die entlarvenden Geistesblitze dieses Feuerkopfs zu einem Alphabet, dessen Stichworte von Abrüstung bis Zölibatskomik reichen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2007

Erfreut zeigt sich Rezensent Christian Welzbacher über diesen "schön gestalteten" Band, der die "grollenden Aphorismen" des österreichischen Schriftstellers Herbert Müller-Guttenbrunn (1887-1945) versammelt und alphabetisch ordnet. Der Autor ist für Welzbacher eine echte Entdeckung, auch wenn er nicht verschweigen will, dass man über seinen literaturgeschichtlichen Rang sicher streiten kann. Vom sprachlichen und misanthropischen Gesichtspunkt scheinen ihm die bitterbösen Sinnsprüche jedenfalls ein Volltreffer. Allerdings rät er davon ab, sich zu viele dieser Aphorismen über die Sinnlosigkeit des Daseins, die Verderbtheit von Poltik, Medien oder Kultur zu Gemüte zu führen. Schließlich findet er nicht wenige von Müller-Guttenbrunns Äußerungen über die Menschen schlicht "schrecklich". Andere wiederum hält er für "pubertär", einige für "brillant" und manche für "erstaunlich zeitgemäß", wie jenen über das Fernsehen, den er zum Abschluss zitiert.
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