Der Wettlauf der Entdeckung des Judasevangeliums ist eine der großen Detektivgeschichten der biblischen Archäologie. Dieses Buch enthüllt die Geschichte seiner Entdeckung, seiner abenteuerlichen von Geheimnissen umwitterten Reise bis hin zur mühsamen Entzifferung. Der Kodex mit dem Evangelium des Judas wurde in den 1970er Jahren in einer Höhle in Mittelägypten von Bauern gefunden. In den folgenden 25 Jahren nach seiner Entdeckung kam er nicht sofort in ein Museum oder in die Bibliothek eines reichen Sammlers, sondern wurde wie ein Stück Handelsware behandelt und über drei Kontinente hinweg ohne Rücksicht auf konservatorische Bedingungen von Antiquitätenhändlern gekauft, verkauft und versteckt. Während dieser Zeit verfiel der kostbare Kodex immer weiter, von einem großen Teil blieben nur noch Reste von Papyrusfasern übrig. 2001 gelangte er in die Hände eines Teams von Fachleuten und Wissenschaftlern, die in jahrelanger mühsamer Arbeit die Seiten des Kodex restaurierten und konservierten. Die National Geographic Society ließ die antiken Papyrusseiten des Evangeliums genauestens analysieren, um über die Echtheit und das Alter der Schrift absolut sicher zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.09.2006
Stefan Schreiber hat zwei Publikationen zum wieder entdeckten Judas-Evangelium gelesen und konstatiert, dass nun zwar nicht, wie behauptet, Kirchengeschichte neu geschrieben werden muss, die Veröffentlichungen aber durchaus neues Licht auf ein Stück Frühgeschichte des Christentums werfen. Herbert Krosneys Schilderung der Entdeckung und Veröffentlichung lese sich größtenteils spannend wie ein Krimi, konstatiert der Rezensent gefesselt. Krosney gebe Einblick in die Kunst- und Antiquitäten-Szene und könne sich dabei auf gründliche Recherchen stützen, so Schreiber anerkennend. Wenn es allerdings darum geht, die Texte nach ihrer theologischen Bedeutung einzuordnen, enttäuscht der amerikanische Journalist, weil er sich nach Meinung des Rezensenten einfach nicht gut genug in der Geschichte des frühen Christentums auskennt. Ebenfalls kaum etwas, und das wenige nicht immer richtig, erfahre man über den Inhalt des Judas-Evangelium, so Schreiber weiter, der, wenn es um den theologischen Inhalt des Judas-Evangeliums geht, dann doch lieber zum von unter anderem von Rodolphe Kasser herausgegebenen "Das Evangelium des Judas" greift.
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