Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Nicht wirklich jubeln lässt der einzige, nach einem frühen Tod posthum veröffentlichte Roman "Zerbrochen" von Henry Parland (1908 bis 1930) den Rezensenten Lothar Müller. In schwedischer Sprache erzählt der in Finnland geborene Autor von dem, so der Rezensent, "nervösen Leben" eines jungen Fotografen aus Helsinkis Boheme, seiner wilden, kürzlich verstorbenen Freundin und seiner großen Liebe zu ihr, die er rückblickend kühl zur Illusion aburteilt. Der Rezensent deutet an, dass es da noch einen Gegenspieler gibt, verrät aber nicht, wie es genau weiter geht. Parlands Stil erntet sein Lob, dennoch diagnostiziert er das "Scheitern" dieses Liebesromans, dessen Versuch, der Moderne eine neue Form zu geben, in den Augen des Rezensenten zwar beachtlich, aber leider missglückt ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Rezensent Uwe Stolzmann preist diesen schmalen Roman des 1930 mit 22 Jahren an Scharlach gestorbenen russisch-finnisch-stämmigen Henry Parland als meisterhaftes Werk. Der Autor, der sein literarisches Werk auf Schwedisch verfasste und dessen "Zerbrochen" sein einziger längerer Text blieb, erzählt von Henry, der im Fotolabor die alten Aufnahmen seiner vor einem Jahr gestorbenen Geliebten entwickelt. Der Rezensent ist berückt von der grandiosen Metapher der Fotoentwicklung für das mühsame Geschäft des Erinnerns, und er zeigt sich bewegt von der traurigen Schönheit und der leisen Komik dieses großartigen Romans.
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