Aus dem Italienischen von Marianne Schneider. Alberto Vigevani sucht etwas auf dem Dachboden seines Landhauses, als plötzlich ein alter Überseekoffer vor ihm steht. Schon stürmen Erinnerungen auf ihn ein: Er und seine Braut hatten den Koffer vor fünfzig Jahren als Hochzeitsgeschenk von Tante Jole und Onkel Giorgetto erhalten. Ihre Hochzeitsreise mit dem riesigen, "General" genannten Koffer kommt ihm in den Sinn, aber vor allem steigt das Schicksal von Jole und Giorgetto, die in Auschwitz ermordet wurden, aus der Erinnerung auf...
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.04.2021
Rezensent Marko Martin spart nicht mit Superlativen, so großartig und meisterhaft findet er dieses Werk. Seiner Meinung nach ist der Autor überhaupt einer "der ganz Großen der italienischen Nachkriegsliteratur", der im Deutschen noch dringend zu entdecken sei. An dieser Erzählung begeistert ihn die Sparsamkeit des beschriebenen Moments, der Sprache, die "strenge Zärtlichkeit", mit der dieser kurze Spaziergang vor dem, was den Protagonisten in Auschwitz erwartet, beschrieben ist. Es ist die bourgeoise Welt der Finzi Contini, durch die man geleitet wird, fällt dem belesenen Kritiker auf, und er lobt die strengen Einsichten des Autors, etwa den Rückblick auf die unangebrachte Sorglosigkeit in der jüdischen Gemeinde Italiens in den späten 1930er Jahren, ebenso wie ihre sprachliche Übersetzung durch Marianne Schneider, die er als "feinfühlig" preist. Alles in allem ein vollkommen von diesem Buch und seinem Autor überzeugter Kritiker!
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