Hennric Jokeit

Negative Vision

Cover: Negative Vision
Peperoni Books, Berlin 2016
ISBN 9783941825918
Gebunden, 80 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Mit 47 blass farbigen Abbildungen und einem Essay (auf Englisch) von Philip Ursprung. "Wir können Negativität denken, nicht aber mit eigenen Augen sehen." Dieser Satz, den Hennric Jokeit seiner Bildstrecke voranstellt, sagt viel über seinen künstlerischen Ansatz. Am Denken ist er genau so interessiert wie am Sehen, und daran, was das eine mit dem anderen macht. In der Flut der visuellen Eindrücke findet eine vertiefte Verarbeitung nur statt, wenn das Gesehene neu und unerwartet ist oder als bedeutend eingestuft wird, schon Bekanntes wird ausgefiltert. Das Negativ aber bleibt für unsere Wahrnehmung unabhängig vom Motiv immer eine Herausforderung.
Hennric Jokeit experementiert mit verschiedenen analogen Negativtechniken, entwickelt Diafilme negativ oder belichtet Fotopapier direkt in der Kassette einer Großformatkamera. Er fotografiert Natur, Architektur, Orte, Räume, Plätze und Gegenstände. Wir erkennen Häuser, Bäume, Stühle, Waschtische und Telefone - nur begegnen uns die gewöhnlichen, längst bekannten Dinge in ungewohnter Form und teils eigenartig blassen Farben. Wir versuchen aufzulösen, positiv zu denken - klappt nicht. Die Bilder behalten ihr Mysterium. Dass der Effekt sich nicht verbraucht, liegt aber auch daran, mit welcher Sorgfalt der Fotograf seine Motive eingerichtet, ausgewählt und in diesem Buch zusammengestellt hat. Es bleibt spannend bis zum Schluss. "Negative Vision" setzt sich gleichermaßen intensiv mit den Ursprüngen der Fotografie und ihrer aktuellen Rezeption in einer digitalisierten Welt auseinander.

Im Perlentaucher: Fotolot

Cartier Bresson hat einmal behauptet, die Farbe gehöre der Malerei und müsse deshalb abgelehnt werden, und bis heute gelten Schwarz-Weiß-Aufnahmen als Voraussetzung von künstlerischer Fotografie. Das Negativ geht noch weiter, es löst sich von der Augenscheinlichkeit der Dinge, sie sind nicht das, was sie vorgeben zu sein. Via negationis. Es ist keine behagliche Welt, aber Jokeit, von Beruf Neuropsychologe, sucht diese Behaglichkeit auch gar nicht. Seine Negative versuchen wie mit einem Röntgengerät den Stützapparat der Dinge, der Objekte zu erfassen. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass auf seinen Aufnahmen so viele Bauwerke sind, aus denen sich Archiformen herausschälen, die ursprünglichen Strukturen, auf die die Welt sich gründet .... Mehr im Fotolot

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