Die Glaubwürdigkeit der Politik steht auf dem Spiel. Vertuschen. Abstreiten. Aussitzen. Salamitaktik: So gehen Politiker mit politischen Fehlentscheidungen und persönlichen Fehltritten um. Neuerdings werden Fehler auch offensiv benannt, aber erst, wenn sie publik sind und die Kritik massiv wird. So entwickelt nicht der Fehler selbst, sondern der Umgang damit politische Sprengkraft. Die Folgen sind Politikverdruss und Misstrauen. Helene Bubrowski analysiert Fehlverhalten, Skandale, Rücktritte von Politikerinnen und Politikern. Sie zeigt klar, welche oft verschärfende Rolle die Medien haben, und skizziert, wie eine bessere Fehlerkultur aussehen kann. Es ist höchste Zeit, umzudenken, denn für die großen Aufgaben braucht es Mut. Die Angst, Fehler zu machen, lähmt politische Innovation.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2023
Aufschlussreich findet Rezensentin Gianna Niewel, was die FAZ-Journalistin Helene Bubrowski über den Umgang mit Fehlern in der Politik zusammengetragen hat. Wenn Bubrowski auf Annalena Baerbock, Franziska Giffey oder Andreas Scheuer blickt, dann lernt Niewel einiges über die Strategien von fortgesetzter Entschuldigung, halber Konsequenz und Gegenangriff. Aber sie versteht auch, dass die Reflexhaftigkeit in Politik und Medien es PolitikerInnen schwer macht, Fehler einzugestehen. Wie eine neue Fehlerkultur aussehen könnte, lässt die Autorin sie erahnen.
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