Aus dem Englischen von Nora Matocza und Gerhard Falkner. Athena und Dexter führen ein glückliches Leben in einem Melbourner Haus mit Garten, ganz konzentriert auf den kleinen Kosmos ihrer Ehe und die Erziehung der beiden Söhne. Plötzlich taucht die chaotische Elizabeth auf, ein Relikt aus Dexters Vergangenheit. Zu ihrem Gefolge gehören die pubertierende Schwester Vicky und der anziehende Rockmusiker Philip mitsamt seiner zwölfjährigen Tochter Poppy. Erst vorsichtig, dann immer enger verschränken sich ihre Beziehungen. Noch bevor es ihnen bewusst wird, verändert das Zusammentreffen mit Elizabeths Patchworkfamilie Athenas und Dexters Leben von Grund auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2010
Hellauf begeistert ist der Rezensent Gerhard Schulz von diesem 1984 im Original erschienenen Roman der Australierin Helen Garner, den er ohne Zögern der "Weltliteratur" zuschlägt. Was darin geschildert werde, anhand amouröser und familiärer Verwicklungen, sei nicht weniger als der Umbruch einer ganzen zwischenmenschlichen Lebenswelt. Das Grandiose daran ist für Schulz allerdings, dass die Auflösung des "moralischen Universums" alles andere als grobschlächtig und ganz ohne explizite Erörterungen einfach nur an den Schicksalen der sich verstrickenden Figuren vorgeführt wird. Ähnliches gilt für die Musik, um die es - von Bach bis Presley - zwar immer geht, ohne dass sie aber ausdrücklich für Symbolisierungen oder anderes in Dienst genommen würde. Schulz lobt auch die Übersetzer, erlaubt sich allerdings auch den kurzen Hinweis, dass ein australischer "gum tree" niemals ein Gummibaum, sondern immer ein Eukalyptus sei.
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