Heinrich Gerlach

Durchbruch bei Stalingrad

Roman
Cover: Durchbruch bei Stalingrad
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783869711218
Gebunden, 704 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Direkt nach der Schlacht um Stalingrad im sowjetischen Kriegsgefangenenlager geschrieben, durch verschiedene Arbeitslager gerettet, aber letztendlich vom russischen Geheimdienst konfisziert - jetzt nach fast 70 Jahren erstmals veröffentlicht. Dieses Buch hat eine der außergewöhnlichsten Publikationsgeschichten seit je: Heinrich Gerlach, als deutscher Offizier in der Schlacht um Stalingrad schwer verwundet, begann in sowjetischer Gefangenschaft einen Roman zu schreiben, der das Grauen von Stalingrad, die Sinnlosigkeit des Krieges, vor allem aber die seelische Wandlung eines deutschen Soldaten unter dem Eindruck des Erlebten ungeschminkt darstellen sollte. Zudem war er im Herbst 1943 Gründungsmitglied des Bunds Deutscher Offiziere, der aus der Kriegsgefangenschaft heraus zur Beendigung des sinnlosen Kampfes aufrief.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2016

Allein die Vorgeschichte dieses Buches ist ein Roman für sich, versichert Rezensent Ulrich Baron: Im Jahre 1957 unter dem Titel "Die verratene Armee" erstmals veröffentlicht, hatte Heinrich Gerlach bereits 1944/45 die hier vorliegende, vom Germanisten Carsten Gansel entdeckte Erstfassung mit dem Titel "Durchbruch bei Stalingrad" geschrieben, die allerdings im sowjetischen Gefangenenlager beschlagnahmt wurde, informiert der Kritiker. Die Unterschiede zwischen der Urfassung und dem von Gerlach rekonstruierten Nachfolger erachtet der Rezensent als erstaunlich gering, auch wenn Schuld und Gewissenskonflikte zunächst schärfer betont wurden und sich die verschiedenen Ideologien der 1940er und 1950er Jahren in den beiden Fassungen durchaus bemerkbar machen. In jedem Fall liest Baron gebannt diesen im November 1942 einsetzenden Roman, der Gerlachs Erfahrungen in Stalingrad schildert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2016

Heinrich Gerlachs Roman ist für Lorenz Jäger eine Entdeckung. Allein das Nachwort von Carsten Gansel, der das Manuskript in einem russischen Archiv entdeckte, kommt Jäger wie ein Roman vor. Der Text selbst bringt den Rezensenten so nah an das Grauen von Stalingrad heran wie kein zweiter. Weil der Autor dabei war und seine damaligen Erlebnisse während der russischen Gefangenschaft aufschrieb. Zwei Tonlagen kann Jäger unterscheiden, die klare Anti-Hitler-Haltung des Autors und die den Rezensenten zeitweise an den Sound der Wehrmachtsberichte erinnernde Loyalität den "Kameraden" gegenüber. Zwischen Glaube, Hoffnung und Zweifel wechselt das Narrativ, meint Jäger, der diesem Vorgang atemlos beigewohnt hat.
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