Heinrich Geiselberger (Hg.)

Und jetzt?

Politik, Protest und Propaganda
Cover: Und jetzt?
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783518125007
Kartoniert, 364 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Ökonomie und Regierung folgen träge ihren Imperativen, die Mühlen der Reform mahlen langsam, Ohnmacht und postpolitische Resignation machen sich breit. Manchmal flackert zwar im öffentlichen Bewußtsein das Politische auf, doch protestierende Studenten und populistische Präsidenten lösen Standardreaktionen aus: abgeklärten Zynismus und naive Euphorie. Auch wenn sich die Diagnose vom "Ende der Geschichte" plausibel anfühlen mag, politisierte Konsumenten, Medienaktivisten und Gewerkschafter versuchen, sie mit neuen Formen der Politik zu widerlegen. In anschaulichen Fallstudien bietet "Und jetzt?" eine Bestandsaufnahme über Propaganda und Protest am Beginn des 21. Jahrhunderts. Reportagen und Interviews werden ergänzt durch Gespräche mit Gegenwartsdiagnostikern wie Ulrich Beck und Michael Hardt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.09.2008

Durchaus interessant findet Gottfried Oy diesen von Heinrich Geiselberger herausgegebenen Sammelband über "Politik, Protest und Propaganda". Wie er berichtet, stellt der Band diverse Akteure, Projekte und Organisationen vor und analysiert Organisationstypen wie Parteien, Gewerkschaften und NGOs. Als theoretischen Hintergrund nennt er zum einen Zygmunt Baumann, zum anderen Niklas Luhmann. Die meisten Texte scheinen ihm eher "beschreibend" oder "fachwissenschaftlich orientiert". Hier fehlt ihm ein wenig der Schwung. Dagegen lobt er die kurzen Interviews mit politischen Theoretikern, die in seinen Augen den "weiter ausholenden theoretischen Wurf" wagen. Besonders hebt er das Gespräch mit Chantal Mouffe hervor, die mit den Begriffen Antagonismus und Hegemonie einen zentralen Anstoß gebe.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.05.2007

Gelungen scheint Rezensent Tarik Ahmia dieser Band mit 25 Aufsätzen über sozialen Protest in einer globalisierten Welt. Im Zentrum der Beiträge sieht er vor allem zwei Fragen: Was kann Protest heute noch bewirken? Und: Wie können zeitgemäße Protestformen aussehen? Die Aufsätze, die die Rolle von Parteien,Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), aber auch politische Einflussnahme in den Bereichen Protest, Konsum und Medien analysieren, unterscheiden sich seines Erachtens durchaus in der Qualität. Neben "brillanten" Beiträgen findet er auch einige "blamable". So kritisiert er etwa Tanja Brühls Abriss der Geschichte der NGOs als bieder und intellektuell dürftig. Demgegenüber lobt er die zahlreichen überzeugenden Fallbeispiele aus der aktuellen Protestkultur, die oft recht originelle Formen annimmt. Besonders gefallen haben ihm zudem die Interviews mit Theoretikerinnen und Theoretikern wie Chantal Mouffe, Ulrich Beck und Michael Hardt, die er zu den "Glanzlichtern" des Bands zählt.

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