Heiko Neumann

Verlassen kann ich mich selbst

(Ab 13 Jahre)
C. Bertelsmann Verlag, München 2000
ISBN 9783570250327
Taschenbuch, 158 Seiten, 8,18 EUR

Klappentext

Ricki und Lisa "machen Platte" - die Liebesgeschichte zweier Außenseiter.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2001

In einer Doppelrezension bespricht Regina Riepe zwei Bücher über Straßenkinder in Deutschland, und sie ist sich sicher, dass nach dieser Lektüre niemand mehr gleichgültig an den Kindern vorüber gehen kann, die an Bahnhöfen und Fußgängerzonen um ein paar Mark betteln.
1.) Jana Frey: "Sackgasse Freiheit" (Loewe)
Bei der Lektüre dieses Buchs hat sich die Rezensentin offenbar mehrmals gewünscht, dass die Geschichte nicht auf einer wahren Begebenheit basieren würde - so deprimierend erscheint ihr das Straßenleben der 14-jährigen Sophia, die wegen der Gefühlskälte ihrer Mutter und der Gewalt ihres Stiefvaters von zu Hause weggelaufen ist. In diesem Buch wird nach Riepe jedoch gezeigt, dass es kein "Spaß" ist, auf der Straße zu leben: Beziehungen sind kurz und schwierig, Vertrauen gibt es nicht, dafür ein Übermaß an "Hunger, Kälte und Einsamkeit", so die Rezensentin. Doch werde auch immer wieder aufgezeigt, woher Sophia ihre Kraft nimmt, um dieses Dasein auszuhalten. Riepe verrät, dass das Buch hoffnungsvoll endet, ohne dabei sentimental zu werden und empfiehlt es nicht nur Jugendlichen als "packende Lektüre".
2.) Heiko Neumann: "Verlassen kann ich mich selbst" (Bertelsmann)
An diesem Buch lobt die Rezensentin besonders das Einfühlungsvermögen des Autors, der vor allem die "ambivalenten Gefühle und inneren Konflikte" der Straßenkinder schildere, etwa wenn es darum geht, das erste Mal etwas zu stehlen, oder Ricki und Lisa sich vorsichtig einander nähern. Riepe bezeichnet diese Geschichte als ein "leises Buch", das den Ausgang der Geschichte offen lässt und den Leser "traurig" stimmen wird. Insgesamt kann sie das Buch vorbehaltlos empfehlen, nicht zuletzt wegen seiner literarischen Qualitäten.
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