Werner J. Egli

Blues für Lilly

(Ab 12 Jahre)
Cover: Blues für Lilly
C. Bertelsmann Verlag, München 2001
ISBN 9783570125595
Gebunden, 220 Seiten, 13,29 EUR

Klappentext

Die Liebe eines Lebens findet Bradley in den Erinnerungen seiner Großmutter - und schließlich auch in der Realität. Nach mehr als vierzig Jahren ermöglicht er das Zusammentreffen seiner Großeltern ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2001

Gerda Wurzenberger stellt zwei Jugendbücher vor, die auf den ersten Blick die gleiche Thematik haben: ein Jugendlicher begibt sich auf die Suche nach seinem Großvater, der eine Legende der Blues-Musik gewesen sein soll. Das eine Buch stammt jedoch von einem Amerikaner, der viel Autobiografisches verarbeitet hat, das andere von einem Schweizer Autor, der allerdings lange in den USA gelebt hat.
1) Werner J. Egli: "Blues für Lilly"
Wurzenberger ordnet den Erzähler ganz klar in die angelsächsische Tradition der "schnoddrigen, selbstreflektierenden" Ich-Erzähler à la Salinger ein. Stilsicher bediene der Schweizer Egli die Muster amerikanischer Jugendliteratur, ein Fremdgänger, der sich erstaunlich .gut auskennt und seine Themen (es handelt sich im das 50.! Buch des Autors!) aus den Widersprüchen dieses ihn weiter faszinierenden Landes schöpft, so Wurzenberger. Eglis Geschichte über den 15jährigen Bradley, der sich für die Lebensgeschichte seiner Großmutter Lily zu interessieren beginnt, die sich in den 30er Jahren in einen schwarzen Bluesmusiker verliebt hatte, sei mit "wohldosiertem Pathos" ausgestattet.
2) Christopher Paul Curtis: "Buddys Song"
Curtis hingegen legt nach einem preisgekrönten Erstling mit dem Titel "Die Watsons fahren nach Birmingham" sein zweites Buch vor, berichtet Gerda Wurzenberger. Ihre kurze Inhaltsangabe: Die Geschichte spielt während der 30er Jahre in Detroit, wo sich der zehnjährige Bud, eine Waise, einbildet, einen berühmten Bluessänger zum Vater zu haben und sich auf die Suche nach ihm macht. Gerade der erste Teil des Buches überzeuge, meint die Rezensentin, da der "abgeklärte Humor" des Jungen in schönstem Kontrast zum sozialen Elend seiner Umgebung stünde. Anschließend verliere der Autor seine Hauptfigur leider etwas aus den Augen, im Bemühen der Detroiter Szene von damals ein literarisches Denkmal zu setzen; diese Schräglage werde dann mit etwas "gar viel" heiler Welt wieder ins Lot gebracht.

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