Felix Meiner Verlag, Hamburg 2026
ISBN
9783787350988 Kartoniert, 144 Seiten, 19,90
EUR
Klappentext
Dies ist ein Buch über die Gefahr. Tatsächlich gibt es bis heute kein weiteres. Die Gefahr, das soundsovielte Buch zum Thema zu lesen, besteht also nicht. Bleibt die Frage, ob es dieses eine braucht. Wir leben in Zeiten, in denen die Gefahr wieder Konjunktur hat. Sie tritt ein, sie wird geahnt, taxiert, beschworen. - Nur erklärt wird sie als historisches, ästhetisches und semantisches Phänomen bisher nicht. Es gibt hingegen ganze soziologische Bibliotheken über das Risiko. Das ist der plausible Komplementärbegriff - solange es um Gewinne und Kalküle, solange es um Wirtschaft geht. Die Semantik aber hat sich langsam, aber sicher verschoben - zugunsten der Gefahr. Die Weltlage legt das nahe bzw. bestätigt das. Die Gefahr hat eine lange und interessante Geschichte hinter sich, bevor sie die Gegenwart erreicht. Je nach Perspektive. Genau das aber ist bis heute gänzlich unbearbeitet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.07.2026
Rezensent Nils Schniederjann findet das Buch des Literaturwissenschaftlers Heiko Christians zum Thema Gefahr hochaktuell. Auch wenn es dem Autor laut Schniederjann kaum gelingt, aus den vielgestaltigen Aspekten seiner Phänomenologie ein einheitliches Bild zu formen oder ein eigenes Fazit vorzustellen, bietet der Band dem Rezensenten doch allerhand Material, das ein Panorama der Gefahr ergibt. Christians Unterscheidung von Gefahr und Risiko, sein Einkreisen des Phänomens in zwölf Kapiteln, etwa über Denker der Gefahr wie Clausewitz, Ernst Jünger und Kurt Lewin oder Gefahr als Konsumgut, scheinen Schniederjann letztlich gelehrt und anregend, aber nie reißerisch oder verklärend.
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