Haruki Murakami

Die Ermordung des Commendatore Band 2

Eine Metapher wandelt sich. Roman
Cover: Die Ermordung des Commendatore Band 2
DuMont Verlag, Köln 2018
ISBN 9783832198923
Gebunden, 496 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Lesen Sie, wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht. Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sein. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde "Die Ermordung des Commendatore". Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben. Wozu ist ein Mensch fähig, von dem er nichts ahnt und das er weit von sich weisen würde? Diese Frage stellt sich der junge Maler, als er erfährt, was er tun muss, um Marie zu finden. Wäre er bereit, einen Menschen zu töten?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.05.2018

Iris Radisch war immer ein großer Fan Haruki Murakamis, jetzt räumt sie ein, dass ihr ihre eigene Sucht ein Rätsel ist. Murakamis Ton findet sie - vor allem im Vergleich zur gerade angesagten "muskulösen Coolness" - immer noch angenehm niedrigtourig, auch wenn ihr die Sprache mitunter so einfach vorkommt wie "höfliches Schulenglisch". Auch inhaltlich kann sie nicht ganz sagen, was  an ihr an der "Ermordung des Commandante" gefällt. Eigentlich passiere nicht viel, bemerkt sie: Zwei Ruheständler, IT-Millionär der eine, Porträtmaler der andere, kreisen in einem "betörenden Retro-Idyll" um ein halbwüchsiges Mädchen. Der Maler steigt Novalis-artig in die Tiefe der Nacht hinab und geläutert aus ihr empor. Edle europäische Marken finden in diese nostalgische Erzählwelt ebenso ihren Eingang wie die europäische Kulturgeschichte. Alles wie immer, bei Murakami, nur auf einmal scheint das Radisch nicht mehr zu gefallen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2018

Rezensent Andreas Platthaus trifft wiederum auf den "großen Eklektiker" Haruki Murakami in diesem für den Rezensenten unverständlicherweise in zwei Bände geteilten Roman. Der zweite Band nun besticht laut Platthaus nicht gerade durch den sonst gewohnten lakonischen Ton (oder ist die Übersetzung von Ursula Gräfe unbeholfen? Der Rezensent weiß es nicht), sondern vor allem durch einen gewöhnlichen Helden, einen Berufsporträtisten, und ein Erzählen zwischen den Welten des Wachens und der Fantasie. Eine Portion Altherrenerotik muss Platthaus verdauen, dann aber gelangt er zu den "faszinierenden" Einflüssen, mit denen der Text spielt: Goethes "Wahlverwandtschaften" etwa oder der christliche Topos der Jungfrauengeburt. Das offene Ende ist Platthaus bei diesem Autor gewohnt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.04.2018

Während Rezensent Burkhard Müller den ersten Teil von Haruki Murakamis "Ermordung des Commendatore" gern gelesen hat, muss er diesem Band leider all jene Schwächen attestieren, an dem mittlere Teile oft kranken: Der "Zauber des Anfangs" ist verflogen, der Drive des Schlusses noch nicht in Sicht, erste Geheimnisse sind gelöst und das Erzähltempo stockt. Aller Langatmigkeit zum Trotz gibt es da aber immer noch Murakamis außergewöhnliches Gespür für seine Figuren, hinter deren stiller, höflicher Fassade die Gefühle meist pulsieren, fügt der Rezensent hinzu, der sich nach wie vor auf den dritten Teil freut.
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