Ob an Brandteigkrapfen gewürgt wird oder es um den Fettgehalt der Frittatensuppe geht, Thomas Bernhard ließ in fast allen seinen Werken die Menschen ausgiebig speisen und offenbarte dabei zerfleischende Zustände. Er selbst war ein regelmäßiger Besucher von Wirtshäusern und den Wiener Kaffeehäusern. Wie lohnenswert und inspirierend es ist, sich Thomas Bernhards Werk und seiner Persönlichkeit über den Esstisch hinweg anzunähern, zeigt Harald Schmidt mit diesem Buch. Auf einem Roadtrip quer durch Bernhards Lieblingsgasthäuser und zusammen mit vielen hochkarätigen Autoren und Wegbegleitern hat er sich auf die kulinarischen Spuren von Thomas Bernhard begeben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2022
Kann es wirklich gutgehen, drei Männer mit Hang zum Monologisieren in einem Buch zusammenzupacken, fragt Rezensent Hans Gasser zunächst skeptisch, kommt dann aber schnell zu dem Schluss: Ja! Denn wie Talkshow-Host Harald Schmidt und Theaterregisseur Claus Peymann von ihrer Beziehung zum "vielgehassten und vielgeliebten" Thomas Bernhard erzählen, sich dabei aber ihrer Rolle als "Sidekicks" durchgehend bewusst sind, funktioniert überraschend gut, findet Gasser. Sogar, wie Schmidt dabei durchs Salzkammergut tingelt und sich fotodokumentierend durch Bernhards Lieblingsgerichte in dessen Stammwirtshäusern schlemmt, findet der Kritiker unterhaltsam anzusehen. Auch über die Beiträge der "Anekdotenschleuder" Peymann und dessen Grauen vor einer "Mozartkugelifizierung" Bernhards freut er sich, der man aber immerhin dieses "lustige Buch" zu verdanken habe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2022
Rezensent Paul Jandl sieht sich nach der Lektüre des vom Entertainer Harald Schmidt herausgegebenen Buches über Thomas Bernhard und die österreichische Küche vor die Wahl gestellt, Bernhard zu lesen oder die im Buch aufgeführten Rezepte nachzukochen. Dass beides Bernhard und Brandkrapfen, zusammengehören, ahnt er beim Lesen der anekdotischen Stücke, die Schmidt mit Peymann beim Lunch ausbaldowert und in den diversen oberösterreichischen Wirtshäusern serviert bekommt, in denen der Schriftsteller einst verkehrte. Eine durchaus kuriose "kulinarische Spurensuche", findet Jandl.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2022
Rezensent Hannes Hintermeier rümpft etwas die Nase angesichts dieses vom Entertainer Harald Schmidt herausgegebenen Bands mit Erinnerungen an, Aufsätzen über und Bildern und Rezepten aus dem Umkreis von Thomas Bernhard. Der Arme kann es ja nicht mehr verhindern, meint Hintermeier. Was Schmidt vor Ort in Bernhards Lieblingsgasthöfen, beim Halbbruder oder beim Essen mit Peymann und Vincent Klink so alles erfährt, ist nicht eben gehaltvoll, meint Hintermeier, aber immerhin unterhaltsam genug, dass der Rezensent gnädig bleibt bzw. sich mit den unbekannten Bernhard-Fotos im Band befasst.
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