Hansjörg Küster

Die Entdeckung der Landschaft

Einführung in eine neue Wissenschaft
Cover: Die Entdeckung der Landschaft
C.H. Beck Verlag, München 2012
ISBN 9783406637025
Gebunden, 361 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

In früheren Zeiten befassten sich nahezu alle Menschen mit ihrer Landschaft, indem sie jagten und Pflanzen sammelten, später Ackerbau betrieben, Vieh hielten und Wälder bewirtschafteten. Diesen unmittelbaren Zugang haben heute nur noch wenige Menschen. Den anderen muss ein Zugang zu Landschaft über ein Lehrgebäude vermittelt werden, in dem naturwissenschaftliche Untersuchungen und Bestandsaufnahmen genauso Platz haben wie die Auswertung von historischen Dokumenten, die Analyse von Landschaftsmetaphern und Aspekte des Denkmalschutzes. Wenn darüber entschieden werden soll, welche "Natur" zu schützen ist, benötigen wir ein realistisches Bild von heutiger Landschaft als Resultat einer jahrtausendealten Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2012

Wie wir uns täuschen über Wald und Wiese! Erkennt Brigitte Kronauer spätestens mit diesem Band des Pflanzenökologen Hansjörg Küster. Der Autor erklärt der interessierten Rezensentin resolut den Unterschied zwischen Landschaft und Natur, konterkariert unser Schulwissen und räumt auf mit unseren Sehnsüchten nach Unberührtheit, Dauer, Wildnis, Ewigkeit. Bloß nicht so romantisch bildversessen, ruft Küster und entwirft nebenbei sehr systematisch eine neue Wissenschaft, wie Kronauer staunend feststellt, eine, die sich speist aus lauter Einzelbeobachtungen und -evidenzen, die sodann reflexiv zusammengeschaut zu Handlung befähigen. Etwa dazu, Landschaft endlich in ihrer historischen Einmaligkeit zu begreifen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Solange der Autor dem Rezensenten Joachim Müller-Jung auseinandersetzt, wie sehr wir heute von Landschaft geprägt sind, nicht von Natur, horcht dieser auf. Zwar hört sich die begriffliche Trennung von Natur und Landschaft für ihn nicht neu an, doch daran erinnert zu werden, wie sehr unser Planet und wir inzwischen im Anthropozän angekommen sind, meint er, kann schließlich nicht schaden. Bezogen auf das Wirken des Pflanzenökologen Hansjürg Küster erscheint dieses Ansinnen dem Rezensenten überdies konsequent. Kritisch jedoch betrachtet Müller-Jung Küsters Versuch, damit eine neue Wissenschaft zu begründen. Zu sehr scheinen ihm bereits existente Disziplinen, wie Geografie, Ökologie oder Philosophie das gemeinte Problemfeld abzudecken.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Robert Menasse. Die Lebensentscheidung - Novelle . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Robert Menasse: Die Lebensentscheidung
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…