Hans Pleschinski

Verbot der Nüchternheit

Kleines Brevier für ein besseres Leben
Cover: Verbot der Nüchternheit
C.H. Beck Verlag, München 2007
ISBN 9783406556166
Gebunden, 260 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

"Ich muss mir noch einen Traum erfüllen." Das deutsche "Nebel- und Niefelheim", vor dem einst Goethe nach Italien floh - es wabert noch immer durch unsere Seelen, unseren Geist, unsere kulturelle Landschaft, und es bedarf immer neuer Anläufe, um diesem Land, um seiner allgemeinen Befindlichkeit mehr Lebensfreude zu vermitteln. Und es gibt eine Vergangenheit vor der jüngsten deutschen, uns quälenden Vergangenheit, eine hellere, barocke, weltläufigere. In allem, was Hans Pleschinski bislang geschrieben hat, ist der Wunsch zu spüren, an diese Vergangenheit wieder anzuknüpfen, einen modernen, zeitgemäßen Ton zu finden, der jene Offenheit, Großherzigkeit, Eleganz, vielleicht auch lebenslustige Verspieltheit vermittelt und weiterträgt, die auch unser Erbe ist, ob wir's glauben mögen oder nicht. In den Erzählungen und Aufsätzen dieses Buches, ob sie nun stärker fiktional oder - besonders berührend - autobiographisch sind, manifestiert sich eben jene Haltung, die auch einen Generationenwechsel markiert. Gemeint ist nicht zuletzt, die Welt zu bezaubern und zu verzaubern, ihr Schönheit zu entlocken und sie mit Schönheit zu verwandeln, auch dort, wo sie scheinbar trocken und provinziell daherkommt. Das Apokalyptisch-Weltverneinende ist Pleschinski fremd, stattdessen empfiehlt er, kenntnisreich und gebildet, voller Selbstironie und Witz, die einst aristokratischen Tugenden der Anmut, des Großmuts, der Weltoffenheit - und ein bisschen weniger Nüchternheit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.08.2007

Heinz Schlaffer betont, dass es sich bei dem Buch von Hans Pleschinski weder um eine Aufforderung zur Leidenschaftlichkeit noch um Ratgeberliteratur handelt, wie Titel und Untertitel glauben machen könnten. Der Sammelband mit bisher verstreut erschienenen Texten lässt sich in Erzählungen, Essays und Erinnerungen einteilen, wobei erstere von den Schwierigkeiten zwischen den Geschlechtern, die zweiten von homosexuellen Männern handeln, erklärt der Rezensent. Die Erzählungen befindet Schlaffer knapp als flach und "schematisch" und auch mit den Essays will er sich gar nicht länger aufhalten. Einzig die Kindheitserinnerungen lohnen seiner Ansicht nach die Lektüre, hier gelinge es Pleschinski, sich tatsächlich in sein Kindheits-Ich zurückversetzen und seine Ängste und Freuden wirkungsvoll zu evozieren. Eine harsche Spitze bringt Schlaffer noch gegen das Nachwort von Sibylle Lewitscharoff, von dem er meint, dass es lediglich dazu diene, Pleschinskis Texte vor den bösen Rezensenten in Schutz zu nehmen und die Rezeption zum Positiven zu lenken.
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