Vom großen Freud-Kapitel (in dem die Begründung und Entwicklung der Lehre vom unbewussten präzise und konzentriert dargestellt wird) schlägt der bekannte Kulturtheoretiker Hans-Jürgen Heinrichs den Bogen zur Theorie und Praxis der psychoanalytischen Technik, der Traumdeutung und Perversion im Werk von Fritz Morgenthaler. Außer der Erläuterung des Unbewussten aus der psychoanalytischen Sichtweise heraus nähert sich Heinrichs dem Begriff des Unbewussten auch anhand der Werke von Claude Levi-Strauss und Karl Kerenyi aus der ethnologisch-strukturalistischen und mythologischen Sichtweise, so dass dasUnbewusste aus unterschiedlich wissenschaftlichen Richtungen beleuchtet wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.09.2005
So richtig schlau wird Rezensentin Christina Heinen nicht aus dem, was Hans-Jürgen Heinrichs mit seiner Studie zu vier derart gegensätzlichen Autoren beabsichtigt. In seiner bisherigen Arbeit habe der Autor seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, individualpsychologische Fragen mit Problemen der Kollektivseele zu verbinden. In diesem Buch, so die Rezensentin, unternehme Heinrichs den Versuch, die "analytischen" Ansätze eines Freud und Levi-Strauss mit dem "holistischen" Denken des Ethnopsychoanalytikers Morgenthaler und des Mythenforschers Kerenyi zu einer "wiedervereinigten großen Theorie" zu verbinden. Allerdings "umschiffe" der Autor rhetorisch elegant die heiklen Problemzonen seiner vereinigten Psychoanalyse wie zum Beispiel den "Topos des Widerstandes" mit dem Bild einer Rose, deren Zauber ja auch verfliege, sobald man sie zerpflücke. Rezensentin Heinen folgert aus all dem, dass der Autor wohl eine Psychoanalyse im Auge habe, die es nicht aufs "Zergliedern" anlege, sondern eine "mythische Überhöhung dessen" biete, "was sich dem analytischen Blick entzieht".
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