Aus seinen Werken, Briefen, Tagebüchern zusammengestellt von Hans-Joachim Simm.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2000
Nun ist im vergangenen Jahr die Goethe-Welle über uns hinweggerollt, und doch gibt es da einen Inselfleck, den keiner der Germanisten, Kommentatoren und Liebhaber bislang untersucht hat: Wie hielt er`s mit der Religion? Mit der christlichen Staatskirche hatte Goethe bekanntermaßen nichts am Hut, so Ekkehart Krippendorf, auch wenn er durch und durch religiös gewesen sei. Neu war für den Rezensenten dieser Textsammlung, wie intensiv Goethe sich mit außereuropäischen Religionen befasst hat, und das nicht bloß im "West-östlichen Divan". Für Krippendorf hat der Herausgeber - einer, der sich in der Materie auskennen muss, da er Ko-Lektor der großen Frankfurter Ausgabe ist - kluge Sorgfalt bei seiner Auswahl der Textstellen walten lassen: er habe Textpassagen, Gedichte, Szenen herausgesucht, die auf den ersten Blick nicht unbedingt etwas mit Religion zu tun hätten, jedoch von Goethes innerer Haltung zeugten. Selbst berühmte Textstellen erhielten im Kontext dieser Fragestellung "ganz neue Dimensionen".
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