Hans Erich Bödeker (Hg.)

Begriffsgeschichte, Diskursgeschichte, Metapherngeschichte

Cover: Begriffsgeschichte, Diskursgeschichte, Metapherngeschichte
Wallstein Verlag, Göttingen 2002
ISBN 9783892444701
Broschiert, 424 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Mit Beiträgen von Mark Bevir, Hans E. Bödeker u. a., zum Teil in englischer und französischer Sprache. Das theoretische Ungenügen an der tradierten Ideengeschichte führte in der deutschen, anglo-amerikanischen und französischen Geschichtswissenschaft zu einem deutlichen Interesse an Sprach- und Diskursanalysen. Sie erwarteten von der Erforschung von Wortinhalten und Bedeutungsschichten Aufschlüsse über die Kultur, in der sie auftauchten und gebraucht wurden. Sprache wurde nicht nur als das wichtigste Medium, sondern auch als Hauptfaktor sowohl der Verarbeitung von Erfahrung als auch der (Re)Konstruktion geschichtlicher "Wirklichkeiten" verstanden. Die drei akademischen Kulturen entwickelten unterschiedliche Zugriffsweisen. Durch diese Neuansätze hat die traditionelle Ideengeschichte inhaltlich und methodisch ein ganz neues Gesicht bekommen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.02.2003

Der von Hans Erich Bödeker Sammelband "Begriffsgeschichte, Diskursgeschichte Metapherngeschichte" liefert nach Ansicht von Rezensent Tim B. Müller den "Zustands- und Zukunftsbericht" der Geistesgeschichte. Hervorgegangen aus einer Historikertagung am Göttinger Max-Planck-Institut, wo Vertreter deutscher Begriffsgeschichte, angelsächsischer Intellectual history und französischer Diskursanalyse über Unterschiede und Gemeinsamkeiten diskutierten, hat der Band für jeden etwas zu bieten, freut sich Müller: Jacques Guilhaumou präsentiere seine Forschungsprojekte, Mark Bevir analysiere klar und scharfsinnig die geistesgeschichtliche Schule von Cambridge, Rüdiger Zill und Lutz Dannenberg erkundeten im Gefolge Hans Blumenbergs Nutzen und Nachteil der Metapherngeschichte. Als zugrunde liegende gemeinsame Fragestellung aller Beiträge nennt Müller die komplexe Art, wie sich Text und Kontext gegenseitig durchdringen. "Beiden wohnen die unterschiedlichsten Schichten inne", erklärt Müller, "auch der Kontext ist ein Text - voller dominanter Tendenzen und unterschwelliger Widersprüche." Nichtsdestoweniger zeige sich, dass Schlüsselbegriffe über den Kontext hinaus und sogar in die Zukunft vorausweisen.
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