Die Stadt Berlin rückte im 20. Jahrhundert nur allzu oft ins Zentrum des Geschehens. Berlin war eine monarchische, eine demokratische, eine faschistische und eine sozialistische Hauptstadt. Von hier aus wurden zwei Weltkriege in die Welt getragen, die mit großer Wucht auf die Stadt zurückfielen. In Berlin erlebte der Kalte Krieg seine Zuspitzung, bevor er hier sein symbolisches Ende fand. Die Stadt stand im Mittelpunkt der Weltgeschichte wie Rom vor zweitausend Jahren. Deshalb gilt Berlin als das Rom der Zeitgeschichte. Hanno Hochmuth nähert sich der Geschichte und der Gegenwart Berlins auf topografische und fotografische Weise. Ausgehend von populären Zuschreibungen der Stadt begibt er sich an 51 historische Orte und erzählt so die Geschichte Berlins im 20. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2024
Rezensent Detlev Schöttker Hat Hanno Hochmuths Berlin-Buch mit Interesse gelesen. Geordnet in 17 thematische Bereiche mit jeweils drei Beispielen, nimmt das Buch Schöttker zufolge unter dem Aspekt des Zusammenhangs von Architektur, Kultur und Politik die jüngere Geschichte der Stadt in den Blick. Besonders gelungen ist der Band laut dem Rezensenten aufgrund seiner stilistischen Prägnanz und der umfangreichen Materialkenntnis des Autors. Allein mit der vorliegenden Sekundärliteratur hätte sich Hochmuth, findet Schöttker, eingehender auseinandersetzen sowie mehr Bezüge zu Film und Literatur herstellen können. Für Neu-Berliner genauso wie für Kenner der Hauptstadt sei das Buch nichtsdestotrotz ein Gewinn.
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