Das ist viel verlangt: Ein ganzes Jahr soll Sam fern von Hamburg und seinen Freunden auf Sylt zur Schule gehen! Grund für den Umzug auf Zeit ist Sams Mutter Fe. Fe kommt aus Ruanda, vor 17 Jahren ist sie vor dem Völkermord in ihrer afrikanischen Heimat nach Europa geflohen. Jetzt wird sie von ihrem Trauma eingeholt und droht ernsthaft krank zu werden. Alle hoffen, dass die Insel ihr gut tut. Auf der Inselschule ist Sam nicht der einzige Exot. Doch während er sich nur gegen die Anmache einiger Mädchen wehren muss, zieht das Mädchen Enna den Spott der Mitschüler auf sich. Ihre Mutter ist Heilerin und wird mit Argwohn von den Inselbewohnern beäugt. Sam aber ist beeindruckt von Ennas ruhigem Selbstbewusstsein. Die beiden kommen sich näher und Sam findet bei Enna die beglückende Nähe, die ihm Zuhause so fehlt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2012
Die Erfahrung mit einem Dutzend Pflegekindern aus aller Welt mag die Autorin inspiriert haben, vermutet Regina Riepe, die diesen Jugendroman von Hanna Jansen mit großem Interesse liest. Obgleich die Autorin in ihrer Geschichte vom Erwachsenwerden so komplexe Themen behandelt, wie das Scheitern von Elternbeziehungen, traumatische Erlebnisse in Krisenregionen und Schuldgefühle, findet sie laut Riepe doch eine angemessene Form. Indem sie mit vielen Blickwinkeln arbeitet (der Eltern, der Kinder), eine Menge Erzählstränge dicht miteinander verwebt und auf ein Happy End verzichtet, erläutert Riepe ihre Begeisterung, gelingt Jansen eine einfühlsame Geschichte.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…