Büchners Briefe als Lektüre gegen seine Verharmlosung in der Literaturwissenschaft! Durch die erstaunliche Lebendigkeit und Modernität seines Stils lassen sich die Schriften des jungen Sozialrevolutionärs heute wie zeitgenössische Texte lesen. Hanjo Kesting hat alle bekannten erhaltenen Briefe und Briefauszüge Georg Büchners neu herausgegeben und gibt allen, die Büchner neu entdecken wollen, eine aktuelle Sichtweise auf Leben und Werk.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2002
Die neue Ausgabe der Büchner-Briefe findet Rezensent Martin Krumbholz sehr gelungen. Er weist auch explizit auf die Kommentierung durch den Herausgeber hin. Das Briefwerk Büchners beschreibe diesen als einen durch extreme Widersprüche und Spannungen gezeichneten Menschen, und er findet es bemerkenswert, dass diese ihn nicht zerrissen haben. Die Briefe ermöglichen einen Blick auf die Geisteshaltung eines Mannes, der auf der einen Seite Aufklärer, Mediziner und Agitator, auf der anderen Verfasser eines "grandiosen, hastig zusammengeschrieben Werkes" war. Büchner sei alles andere als ein Zyniker gewesen, fasst Krumbholz zusammen, vielmehr zeichne sein Werk sich durch "abgrundtiefen Pessimismus" aus. Auf jeden Fall beginne mit Büchner das moderne, neuzeitliche Denken in der Literatur, fasst Krumbholz abschließend zusammen.
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