Hanif Kureishi

Dunkel wie der Tag

Erzählungen
Cover: Dunkel wie der Tag
Kindler Verlag, Reinbek 2000
ISBN 9783463403885
Gebunden, 238 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Zehn bitter-süße Erzählungen, die alle um unerfüllte Träume und gescheiterte Ausbruchsversuche kreisen und die zugleich den unterschiedlichsten Spielarten von Nähe und Trennung, von Liebe, Gleichgültigkeit und Hass Ausdruck verleihen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2000

Kurz: Walter Klier hat einen Verriss zu diesem Buch geschrieben, auch wenn es ihm ein wenig leid zu tun scheint. Deutlich wird jedoch, dass Klier den Eindruck hat, der Erfolg Kureishis, den er insbesondere mit seinem Drehbuch zu Stephen Frears Film "Mein wunderbarer Waschsalon" hatte, könnte dem Autor ein wenig zu Kopf gestiegen sein. Klier macht bei Kureishi eine gewisse "Nostalgie nach den guten siebziger und achtziger Jahren" aus, als es noch einen ernstzunehmenden Gegner, nämlich Margaret Thatcher gab. Ansonsten scheint ihm die Tristesse in dem Roman ziemlich auf die Nerven gegangen zu sein: Böse Charaktere, "Trübseligkeit", deren Schilderung der Rezensent reichlich ermüdend findet. Eine "Prosa von erstaunlicher Unbeholfenheit" habe der Autor hier an den Tag gelegt, die durch die Übersetzung Bernhard Robbens eher noch verschärft werde. Auch an dem Lektorat lässt Klier kein gutes Haar und weist auf einige Fehler hin.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2000

Rezensent Udo Taubitz hat den Autor Hanif Kureishi in London für ein Interview besucht, das er nun in der Rezension des neuesten Werks des Autors, eines Kurzgeschichtenbandes, sozusagen mitlaufen lässt. Seine Enttäuschung über den Niedergang eines vielversprechenden Talents hat allerdings auch die persönliche Begegnung offensichtlich nicht mildern können. "Der Mann und sein bestes Stück", darum und um kaum etwas anderes gehe es in diesem Band und zwar nicht mehr, wie einst, mit "Witz, Schalk und Komik". Übrig sind davon, so Taubitz, nur noch "Selbstverliebtheit", "klebrige Betroffenheit" und der Rachewunsch gegen seine Ex-Frau. Immerhin, das gesteht der Rezensent dann doch ein, gebe es durchaus "gute Einfälle" in dem Band, das Thema sei aber einfach schon zu oft besser behandelt worden. Im Interview, erfahren wir, hat Taubitz dem Autor geradezu geraten, mit dem Schreiben aufzuhören. Nach kurzem Zögern hat der ihm aber wenig Hoffnung gemacht: "Ich wollte Schriftsteller sein, seit ich 12 war. Und will eigentlich gar keinen anderen Job. Schriftsteller ist schon der beste, den es gibt."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000

Vorsicht, Kureishis Sammelband über zerrüttete Beziehungen ist wohl nichts für frisch Verliebte, warnt Rezensent H.G. Pflaum. Die Kinder der Popkultur sind in die Jahre und damit in die Krise gekommen. Erzählung für Erzählung listet der Autor als `ernüchterter Chronist` die Erfahrungen seiner Freunde und Bekannten auf: Ehen, zweite Ehen, verlassene Partner, neue, schon wieder zum Scheitern verurteilte Beziehungen. Dabei besticht der Autor mit seinem szenischen Blick für signifikante Äußerlichkeiten und psychosomatische Zusammenhänge, lobt Pflaum. Er munkelt, dass in der Programmatik dieser sich ständig wiederholenden Enttäuschungen eine Aufarbeitung selbst erlittener Niederlagen steckt. Denn dem einst `widerspenstig komischen` Kureishi sei hier deutlich sein Humor abhanden gekommen. Abgesehen von der letzten der zehn Geschichten, in der er `witzig, bissig und voll absurder Phantasie` und in seiner bekannten `verwegenen, grimmigen Tonart` von einem `wandernden Penis` erzählt.
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