Han Kang

Menschenwerk

Roman
Cover: Menschenwerk
Aufbau Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783351036836
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

"Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Und Sie, ebenso ein Mensch wie ich, welche Antworten können Sie mir geben?" Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017

Juliane Liebert sieht Hang Kangs literarische Bewältigung des Massakers von Gwangju kritisch. Den Kunstgriff, das Grauen aus Sicht der Toten zu erzählen, findet sie bemerkenswert, bekommt der Leser dadurch doch eine Ahnung von der Ungeheuerlichkeit des Geschehens und der damit verbundenen Erfahrungen. Andererseits lässt sie die durchästhetisierte Konstruiertheit des Textes die individualisierte Gewalterfahrung vermissen. Den Fallen beim Erzählen von einem Massaker kann der Autor laut Liebert weitgehend entkommen, sodass das Erzählte am Ende des Buches "ins Reale schwappt".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.10.2017

Christiane Pöhlmann anerkennt, wie die südkoreanische Schriftstellerin Han Kang in ihrem Buch das Massaker von Gwanju aufarbeitet. Die leitenden Fragen nach der Grausamkeit des Menschen führen Pöhlmann in ein vielstimmiges, beinahe sachliches Panorama der Gewalt und des menschlichen Leids. Dass die Autorin darüber hinaus nur wenig Hintergrund oder historische Kontinuitäten zeigt und die Dialoge hölzern, die Figuren fremd bleiben, gefällt der Rezensentin weniger gut.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2017

Rezensent Tilman Spreckelsen liest Han Kangs im koreanischen Original bereits 2014 erschienenen Roman über das Gwangju-Massaker genauso behutsam wie die Autorin. Kangs dokumentarischer Ansatz, ihr Detailinteresse und der Einbezug großer historischer Linien bis in die Gegenwart fällt dem Rezensenten dabei positiv auf. Auch, dass die Autorin das Leid nicht ästhetisiert. So kann der Text laut Spreckelsen über die Schilderung Koreas in den 80er Jahren hinauswachsen, das Allgemeine im Konkreten finde, ohne beliebig zu werden.
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