Hal Foster

Hal Foster's Tarzan

The Complete Sunday Comics 1931-1937
Cover: Hal Foster's Tarzan
Taschen Verlag, Köln 2026
ISBN 9783754402641
Gebunden, 392 Seiten, 200,00 EUR

Klappentext

Im Jahr 1928 begann der Werbegrafiker Hal Foster, auf Grundlage von Edgar Rice Burroughs' Roman Tarzan of the Apes einen 60-teiligen schwarz-weißen Zeitungscomic zu zeichnen. Da zunächst keine amerikanische Zeitung ihn veröffentlichen wollte, feierte er in England Premiere und fand großen Anklang. Als US-Zeitungen seine Comics schließlich auch drucken wollten, war Foster nicht interessiert. Erst 1931, als es in der Weltwirtschaftskrise darum ging, das Überleben seiner Familie zu sichern, willigte er ein, Tarzan als farbigen, ganzseitigen Sonntagscomic zu gestalten. Er bezeichnete den äußerst schlecht bezahlten Job als "ein Linsengericht". Das Linsengericht ernährte ihn und seine Familie während der nächsten sieben Jahre, in denen Tarzan zu einem der beliebtesten Sonntagscomics Amerikas wurde. Obwohl sich die Zeitungen über die Gewalt beschwerten (Burroughs konterte, dass Tarzans Erfolg das Ergebnis einer "menschlichen Schwäche für blutige und grausame Situationen" sei) und die unaufhörliche Nacktheit anprangerten (die Drehbuchnotizen des Autors verlangten "viel weibliche Nacktheit"), fanden die Leser Tarzans Abenteuer mit alten Ägyptern, modernen Kriminellen, Wikingern, Dinosauriern, Killeräffchen und einer Reihe provokanter Königinnen und Prinzessinnen faszinierend. 1937 wurde der Strip von Burne Hogarth fortgeführt. Für diesen XXL-Band wurden die Comics aus den Originalzeitungen reproduziert und die Farben sowie die charakteristische Ben-Day-Rasterung klassischer Comics beibehalten.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 18.05.2026

Zwischen 1931 und 1937 hat Hal Foster die Tarzan-Comic-Strips gezeichnet, Kritiker Holger Kreitling kann in diesem Band nun alle Abenteuer des Dschungel-Helden entdecken - und große Entwicklungen des Comics als Kunstform nachvollziehen. Tarzan gibt die klassische Abenteuerstruktur vor, Sprechblasen gibt es keine, dafür detailreiche Hintergründe, um die Geschichte des Babys zu erzählen, das im Dschungel zurückgelassen wurde. Foster zeichnet sorgfältig und regt Kreitling zum Staunen an. Auch über die Entwicklung der Heldenkleidung macht er sich Gedanken, vom "asymmetrischen One-Shoulder-Top" zum "Leo-Schlüpfer" und dieses Unterhosen-Outfit hat wohl auch Jerry Siegel und Joe Shuster für ihren Superman inspiriert. Noch immer sind diese Comic-Strips sehenswert, schließt der überzeugte Rezensent.
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