Gunnel Linde, Kat Menschik

Der weiße Stein

(Ab 9 Jahre)
Cover: Der weiße Stein
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2004
ISBN 9783806750508
                         , 200 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Was kann an einem gewöhnlichen weißen Stein schon Besonderes sein? Ohne den weißen Stein, um den es hier geht, gäbe es diese Geschichte nicht. Ohne ihn hätten sich Fideli und der König der Gefahren, das heißt, eigentlich Fia und Hampus, womöglich nie kennen gelernt! Der Stein verleiht ihnen ungeahnten Mut: Hampus hätte es nie gewagt, die Kirchturmuhr in stockdunkler Nacht mit einem Gesicht zu verzieren, für den König der Gefahren dagegen war das ein Leichtes! Und Fia hätte unmöglich einen ganzen Tag lang schweigen können, Fideli sehr wohl. Doch leider gibt es da auch noch die Erwachsenen: die bösartige Tante Malin, die hinter dem Kirchturmgesicht ein Komplott vermutet, und den Amtsrichter, der unbedingt herausbekommen will, wer ihm das hartgekochte Ei ins Bett gelegt hat ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004

Vierzig Jahre alt ist die Erzählung der schwedischen Autorin mittlerweile, aber sie hat nichts von ihrer Magie und ihrer Spannung verloren, findet Rezensentin Roswitha Budeus-Budde. Gunnel Linde hat eine Welt entworfen, zu der Erwachsene keinen Zugang finden, weil sie "den Zauber der Kindheit nicht mehr spüren", schreibt Budeus-Budde. Die Kinder aber verspürten ihn noch und könnten sich so mittels eines weißen Steins die verrücktesten Dinge ausdenken, aber auch in ihren Alltag eingreifen und ihn richten, wo die Erwachsenen ganz hilflos seien. So sind es die Kinder, schlussfolgert die Rezensentin, die bei Gunnel Linde alles zum Guten wenden. Allerdings bedarf es eines besonnenen Erwachsenen, gesteht Budeus-Budde ein, der ihnen hilft, zwischen Realität und Phantasiewelt zu vermitteln - ein Amtsrichter, der sie zwar nicht versteht, aber gewähren lässt. "Der arme Amtsrichter! Er war so rettungslos erwachsen", zitiert die Rezensentin mit Vergnügen und freut sich an der "leisen Melancholie" der Geschichte.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2004

Mit "gemischten Gefühlen" nimmt Hilde Elisabeth Menzel dieses Kinderbuch der schwedischen Autorin Gunnel Linde zu Hand, das 1964 erstmals auf Deutsch erschien, 20 Jahre vergriffen war und nun wiederaufgelegt worden ist. Bänglich fragt sie sich, ob dieses einst zu ihren Lieblingsbüchern zählende Abenteuer von Hampus und Fia, die sich in den "König der Gefahren" und Fideli verwandeln und durch den weißen Stein zu "ungeahnten Taten ermutigt" werden, auch beim späten Wiederlesen noch seinen Reiz behält. Erleichtert stellt die Rezensentin fest, dass sie das Buch immer noch "wunderbar erzählt" und "bunt und spannend" findet, und sie lässt sich von der "heiteren und liebevollen Stimmung" gefangen nehmen. Dabei spiegelt das Buch keineswegs eine "heile Bullerbü-Welt", denn in der Geschichte gibt es schließlich immer noch die "bösartige Tante Malin" und fiese Schulkameraden, die Fia das Leben schwer machen, stellt die Rezensentin klar. Es ist und bleibt ein "Lieblingsbuch", freut sich Menzel, die geradezu erlöst wirkt, dass ihre "Erinnerung" an diese Geschichte sie nicht "getrogen" hat.
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