Gundula Wolter

Teufelshörner und Lustäpfel

Modekritik in Wort und Bild 1150-1620
Cover: Teufelshörner und Lustäpfel
Jonas Verlag, Marburg 2002
ISBN 9783894453077
Taschenbuch, 190 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Mit 185 SW- und 3 Farbabbildungen. Aufwändige Kleider, die die gottgewollte Bedeckung menschlicher Blöße nach dem Sündenfall konterkarierten, wurden in unserem Kulturkreis seit frühchristlicher Zeit als Zeichen der Hoffart und als Blendwerk des Teufels gesehen. Mit Aufkommen exaltierter, körperexponierender Moden im 14. Jahrhundert erweiterte sich der Kanon der Modekritik sprunghaft: die Warnungen und Drohungen wurden lauter, die Palette der Argumentation bunter und der modische Bezug konkreter. "Geschwänzte Röcke" wirbelten den Staub in den Kirchen auf. Den hoffärtigen Damen drohe ewige Verdammnis. Welche Modephänomene zogen die Aufmerksamkeit der Moralisten, Didaktiker und Satiriker in besonderem Maße auf sich und warum? Basierend auf breit recherchiertem Quellenmaterial rekonstruiert die Autorin Verlauf und Höhepunkte der Kleiderkritik des Zeitraums 1350 - 1620. Entstanden ist ein aufschlussreiches, greifbares Bild der Wert- und Moralvorstellung des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, mit vielen Anmerkungen zur Kleider-, Mode- und Sittengeschichte dieser Epoche.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.06.2003

Nicht nur der "müßige Adel", auch die einfachen Leute schmückten sich mit sündigen Modeaccessoires, hat die Rezensentin Sigrid Metken in Gundula Wolters Studie zur Modegeschichte erfahren. Im Gegensatz zu den Dichtern des Mittelalters konnte die Geistlichkeit den Auswüchsen der langen Schleppen und tiefen Ausschnitten der Frauen oder gar den "prall ausgestopften Lustäpfeln am Hosenlatz" der Männer jedoch nichts abgewinnen. Auf Holzschnitten wurden die Damen sogar mit "Schleppenteufeln" auf den Röcken dargestellt, um vor der Erotisierung und deren Folgen zu warnen, wie Metken schreibt. Sie findet die Kommentare zu Texten und Bildern zur Mode zwischen 1150 und 1620 der Kostümhistorikerin und Grafikdesignerin "so amüsant wie fundiert". Insgesamt empfiehlt sie das Buch als "höchst lesenswert" und "eindrucksvoll illustriert". Die Abbildungen könnten sogar für "Kunstgeschichtler und Spezialisten populärer Druckgrafik" interessant sein.

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