Gundula Englisch

Jobnomaden

Wie wir arbeiten, leben und lieben
Cover: Jobnomaden
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783593367668
Gebunden, 224 Seiten, 21,47 EUR

Klappentext

Nach 10 000 Jahren der Sesshaftigkeit kehren wir nun zur Nomadenkultur zurück, als Job-, Glaubens- oder Liebesnomaden. Was geht uns damit verloren? Aber vor allem: Wo liegen unsere Chancen dabei?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.12.2001

Die Arbeitswelt verändert sich, von starren zu flexiblen Arbeitszeiten, von Ortsgebundenheit zu einem nomadischen Arbeiten - und Gundula Englisch ist von all dem entzückt. Als Autorin hat sie mit dieser neuen Freiheit jedenfalls kaum Probleme, merkt der Rezensent Wolfgang Storz süffisant an, wenn sie "von einem Aspekt zum anderen hüpft und deshalb selten etwas tiefer schürft". Um Widersprüche zu ihrer Vision kümmert sich Englisch gar nicht weiter, der Rezensent stellt aber die sehr grundsätzliche Frage: "Ist das überhaupt so?" Es folgen weitere Fragen, etwa danach, in wessen Interesse die Veränderungen, so sie stattfinden, sein könnten, welche neuen Zwänge damit verbunden sind. Alles Fragen, die die Autorin sich nicht zu stellen die Mühe macht. "Sie sieht", so das eine Fazit, "nur das Schöne." Ganz verschließen kann sich der Rezensent der Begeisterung am Ende dann aber doch nicht: "Die Schwärmerei der Autorin steckt an."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001

Positiv bewertet Dagmar Deckstein das "spannend zu lesende, Mut machende" Buch der Publizistin Gundula Englisch. Für die Rezensentin enthält das Arbeitsmodell des mobil Arbeitenden - jenseits der Szenarien von Entfremdung und Beziehungslosigkeit sowie der Negativ-Bewertung des Begriffs "Jobnomade" - auch Chancen und Möglichkeiten: Jobnomaden entzögen sich Norm und Kontrolle und stellten sich ihrer Kreativität und Eigenverantwortlichkeit. "Sesshaftigkeit macht borniert und dumm", meint der Mongole Galsan Tschiang, einer der Prototypen des Nomadentums, die Englisch neben wandernden Handwerkerinnen und den virtuellen Mitarbeitern des Konzerns "Cisco Systems" vorstellt. Die Autorin entwickle mit ihrem "vortrefflichen" Buch die nachindustrielle Vision weiter, die der Blair-Berater Charles Leadbeater in seinem Buch "Der mobile Mensch. Warum wir mehr Unternehmergeist brauchen" entwarf: dass "jeder Mensch über mehr Potenzial verfüge, als er selbst und seine 'Vorgesetzten' je vermuteten".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

Mit dem Buch der deutschen Journalistin Gundula Englisch zu modernen Arbeitsformen ist die Rezensentin Susanne Mayer nicht glücklich. Es sei eine Lobeshymne auf den modernen Lifestyle mit grenzenloser Flexibilität und Mobilität, wobei Englisch offenbar nur die "Highflyer" im Auge gehabt habe. Bei diesem Lebensentwurf vermischten sich Arbeit, Wohnen und Reisen. dieser werde von der Autorin jedoch als "Produkt mit tollem Marktwert" verkauft. Familie, Bindungen, Kultur, Heimat - und Armut - kommen nicht vor. Realität findet bei Englisch "eher virtuell statt", resümiert Mayer.
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