Guiseppe Ferrandino

Respekt

Oder Pino Pentecoste gegen die Maulhelden. Roman
Cover: Respekt
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783518412855
Gebunden, 140 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Max Looser. Mit einem Nachwort von Andrea Camilleri. Der neapolitanische Detektiv Pino Pentecoste redet eher, als daß er handelt, und wenn er schon handelt, dann gezwungenermaßen. Kriminelle wollen was von ihm. Die Polizei funkt dazwischen. Ein Priester sucht zu vermitteln. Die atemberaubend schöne Freundin verlangt seine Aufmerksamkeit. Pino aber sieht zu, wie er mit heiler Haut aus der Affäre davonkommt...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2002

Pino Pentecoste ist Privatdetektiv in Neapel - und was man in diesem Roman geboten bekommt, ist, soviel glaubt man aus Ijoma Mangolds Kritik herauslesen zu können, eine Art menschlicher Komödie. Pentecoste, der auch der Ich-Erzähler ist, sei zwar "nicht gerade ein Philosoph", aber doch einer, der die Eigenheiten seines Milieus darzustellen vermag. Vor allem geht es dabei um den Unterschied von Sein und Schein und darum, wie der Schein, lange genug durchgehalten, zum Sein werden kann. Darum läuft Pentecoste am Ende "wie Al Pacino" durch die Gegend - nur dass ihm die Pose nicht gerade wie angegossen sitzt. Schön findet Mangold, dass die "sanfte Lächerlichkeit seiner Rollen-Existenz" gleich mit dargestellt wird. Nachdem freilich der Rezensent recht lang und recht breit diese Vorzüge des Romans vorgestellt hat, kommt er zuletzt zu einem etwas ernüchternden Schluss: "Unterhaltsam und manchmal traurig-schön" sei das Buch allemal, spannend aber leider nicht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2001

Im zweiten Roman des aus Ischia stammenden Autor Giuseppe Ferrandino geht es, ebenso wie in seinem "bemerkenswerten" Debut "Pericle der Schwarze", um die erbarmungslose Logik der Camorra und die Ahndung von Regelverstößen. Rezensentin Maike Albath bewundert Ferrandinos spannungsreiches Italienisch. Sein Privatdetektiv Pino Pentecote habe "eine Art Schnüfflersound", der leider in der deutschen Übersetzung von Max Looser vollkommen verloren zu gehen scheint. Die Rezensentin weiß, wie schwierig die Übertragung dieses speziellen Soziolekts ins Deutsche ist, über die Umsetzung ärgert sie sich dennoch. Die ursprüngliche Rotzigkeit und drastische Wortwahl des Detektivs werde nicht transportiert, wortwörtliche Übersetzungen verwirrten zuweilen und vieles sei einfach falsch übersetzt, kritisiert sie. Aber auch das Buch an sich findet Albath bei weitem nicht so gut wie Ferrandinos Erstling. Wo "Pericule der Schwarze" noch erschütternd wirkte, ist "Respekt" immer nur komisch, statt literarischer Verdichtung von Gewalt und Manipulation gelingt im zweiten Buch nur noch der Slapstick, bedauert sie.
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