Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Die ehrwürdige Oxforder Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur: Aus dem Tagebuch des weltberühmten Schöpfers von Alice im Wunderland ist eine bis dato verschollene Seite aufgetaucht, die Brisantes offenbart. Doch bevor die Bruderschaft den Fund veröffentlichen kann, geschehen mehrere Morde, die durch das literarische Universum von Lewis Carroll inspiriert zu sein scheinen. Auch in ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand scharf kombinieren, um den rätselhaften Fall zu lösen.
Rezensent Stefan Koldehoff liest vergnügt diesen Kriminalroman von Guillermo Martinez, der aus der Frage, wie schuldig oder unschuldig die Liebe des Schriftstellers Lewis Carrolls zu kleinen Mädchen war, einen spannenden Whodunit macht. Auch wenn ihm einige der vielen Wendungen in diesem Roman etwas vorhersehbar erscheinen, findet Koldehoff sehr unterhaltsam, wie Martinez akademische Eitelkeiten, Wahrscheinlichkeitstheorien und Fragen der Logik zusammenführt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.06.2020
Rezensent Tobias Gohlis lernt bei Guillermo Martinez, dass Logik und Moral nicht zwangsläufig auf der guten Seite stehen. Der vorliegende "Rätselkrimi" führt Gohlis nach Oxford zur Lewis-Carroll-Bruderschaft und zu einer Doktorandin, die Carrolls vermeintliche pädophile Neigungen untersucht, was zu einer Reihe von Morden führt. Überzeugend findet Gohlis die "kunstvolle Wiederbelebung" des Genres und die "skeptische Relativierung" logischer Enträtselungskunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.06.2020
Rezensentin Sylvia Staude findet Guillermo Martinez neuen Kriminalroman so toll wie die Vorgänger. Der Argentinier habe nur zwei Jahre in Oxford studiert, schreibe aber herrlich britische Krimis, schwärmt die Rezensentin. Dabei falle der neue Roman thematisch etwas weniger bekömmlich aus als die vorherigen, meint sie, denn es geht um die pädophilen Neigungen von Lewis Carroll und einer gleichnamigen Bruderschaft (mit "dem Prinzen" als Ehrengast), und um Carroll-Forschende, die dort in einem Mordversuch ermitteln. Die ernste Thematik verpacke Martinez in einen "tadellos gebauten Whodunnit", lobt die Rezensentin, sodass sie sich nicht nur "exzellent" unterhalten fühlt, sondern auch noch etwas hinzulernt, schließt sie angetan.
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