Von Hans R. Picard, Ulrich Kinzel, Jan Bürger und anderen. Mit einem Vorwort von Günter Damann. Hans Erich Nossack (1901 - 1977) ist ein prominenter Vertreter der deutschen Literatur aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Nihilist der Ära Adenauer, Einzelgänger jenseits der Gruppe 47, Vertreter der Moderne in der französischen und italienischen Tradition - so lauten einige der Urteile über diesen erst nach 1945 hervorgetretenen Schriftsteller. Die seit den sechziger Jahren betriebene wissenschaftliche Erschließung von Nossacks Werk hat mit Beginn der Neunziger eine erheblich erweiterte Materialbasis erhalten: Nachlass und Tagebücher sind seitdem der Öffentlichkeit zugänglich. Der vorliegende Band ist aus der ersten dem Leben und Werk Nossacks gewidmeten Tagung hervorgegangen, die 1998 in Hamburg abgehalten wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2001
Wohl auch dieser Tagungsband wird - nur von wenigen Philologen gelesen - in den Untiefen der Uni-Bibliotheken verschwinden, mutmaßt der Rezensent mit dem Kürzel "W. L.". Das findet er ausgesprochen schade. Denn die von Günter Dammann edierten Vorträge einer Hamburger Konferenz über den Schriftsteller Hans Erich Nossack spiegelten recht gut den aktuellen Stand der Nossack-Forschung wider. Der Autor, den der Rezensent zwischen existentialistischer und surrealer Prosa verortet und sodann mit Albert Camus und Julio Cortazar vergleicht, drohe leider in Vergessenheit zu geraten. Ärgerlich findet "W. L." nur den Beitrag von Ralf Schnell. Dessen Ausführungen über die Abdankung der Literatur und Nossacks 'nicht ausgelebtes Triebschicksal' hält der Rezensent für gewagt, leichtfertig, krude und ist - das erbost "K. L." am meisten - einer stärkeren Rezeption des Autors hinderlich.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…