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Grit Straßenberger (Hg.), Felix Wassermann (Hg.)

Staatserzählungen

Die Deutschen und ihre politische Ordnung
Cover: Staatserzählungen
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783737100373
Gebunden, 320 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Wer über Politik spricht, muss über den Staat sprechen. Der Staat durchdringt alle Lebensbereiche, prägt unsere politische Ordnung - und will immer wieder aufs Neue hinterfragt werden: Was ist der Staat eigentlich? Und was bedeutet es heute, Staatsbürger zu sein? Diesen und anderen Fragen widmen sich in diesem Band einige der renommiertesten Vertreter ihres Faches aus unterschiedlichsten Perspektiven. So zeigt der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, wie sich die Bilder des Staates - wortwörtlich verstanden - in der Bundesrepublik gewandelt haben. Das komplizierte Verhältnis von Beratern und Machthabern bis zu den Einflüsterern der Kanzlerin schildert Jürgen Kaube, während der Völkerrechtler Georg Nolte ganz aktuell nach dem Recht des Staates im Krieg fragt: Was darf er tun, um Gewalt und Terror zu bekämpfen? Neben weiteren Beiträgen erklärt Herfried Münkler, warum wir eine neue Erzählung Europas brauchen, und all dies ergänzt Wolfgang Schäuble durch den Blick aus der politischen Praxis auf das Verhältnis von Staat und Religion in der pluralistischen Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.04.2018

Tilman Allert lobt den von Grit Straßenberger und Felix Wassermann herausgegebenen Band zu Ehren von Herfried Münkler wegen seiner präzisen Reflexionen über den Staat. Die Beiträge von Wolfgang Schäuble über das Verhältnis von Staat und Religion oder Jürgen Kaube über Macchiavelli findet er gebildet und kundig. Instruktiv scheint ihm die Lektüre schon wegen Münklers eigenen Beitrag, der die europäischen Nationalstaaten dazu aufruft, einer Leitidee zu folgen, die den Zusammenhalt des Staates sowie die Sympathie für die anderen Mitgliedstaaten garantiert. Ausgerechnet hier allerdings sieht Allert einen Kategorienfehler am Werk. Der Autor verwechsle möglicherweise Gemeinschaft mit Gesellschaft mit seinem narrativen Angebot, die Staaten sollten sich als "Global Player" verstehen, gibt Allert zu bedenken. Mit einer "inhaltsleeren Modernitätssaga ließen sich doch die europäischen Nationen nicht vereinheitlichen.
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