Grace Paley

Ungeheuere Veränderungen in letzter Minute

Storys
Cover: Ungeheuere Veränderungen in letzter Minute
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt/Main 2014
ISBN 9783895612367
Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sigrid Ruschmeier. Wer "Die kleinen Widrigkeiten des Lebens", den ersten Erzählungsband von Grace Paley, gelesen hat, kann sich darauf freuen, einigen ihrer temperamentvollen Figuren in "Ungeheuere Veränderungen in letzter Minute" wiederzubegegnen. Allen voran Faith, dem Alter Ego der Autorin, ihren Exmännern und Liebhabern, ihren wilden Söhnen Tonto und Richard, aber auch ihrer Nachbarin und Mietshausphilosophin Mrs. Raftery oder ihren Eltern, die inzwischen im jüdischen Altersheim leben und Faith in Gespräche über Leben und Schreiben verwickeln. Auf den Vortreppen der New Yorker Brownstones oder auf dem Spielplatz machen Frauen und Männer Politik, demonstrieren in der City Hall und im Central Park, kämpfen gegen den Atomkrieg und für Bürgerrechte; Protestsongs erklingen oder werden parodiert. Als unkonventionelle Feministin lässt Grace Paley Menschen jeglicher Herkunft aufeinandertreffen - in komischen, aber auch in dramatischen Situationen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2014

Mächtig gefordert haben die Erzählungen von Grace Paley den Rezensenten. Doch am Ende steht Sebastian Wilde lachend da über das Glück dieser Lektüre. Die als Buch erstmals 1974 erschienenen Texte sind für ihn eine echte Entdeckung. Zeigen sie doch die Unsichtbaren New Yorks, Frauengestalten vor allem in ihre Verstrickungen in Liebe und Brutalität, Humor und Trauer, die sämtlich bei Paley nah beieinander liegen, wie Wilde erklärt. Daran, dass diese Autorin immens politisch war, hat er keinen Zweifel. Das soziale Großstadt-Panorama der 50er bis 70er Jahre, das Paley zeichnet, spiegelt sich für den Rezensenten auch in der unerbittlichen Rasanz des Stils und in der Abfolge der Storys, die oft sehr unterschiedlich sind, wie Wilde schreibt. Orientierung - Fehlanzeige. Was hier Gut, was Böse ist, vermag der Rezensent am Ende nicht zu entscheiden.

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