Klappentext

6 CDs, 338 Minuten. Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Hörspiel von Leonhard Koppelmann und Hermann Kretzschmann. Sprecher: Maren Eggert, Ulrich Matthes, Ulrich Noethen und andere. Durch eine Fülle von Schauplätzen und Charakteren lässt John Dos Passos ein schillerndes Porträt des urbanen New Yorker Dschungels entstehen, in dem das Jagdfieber wütet: nach Arbeit, Glück und Macht. Die Figuren der Geschichte - ein junger Einwanderer, ein Gewerkschaftsführer, ein Mörder, ein Karrierist, eine nach Selbstständigkeit strebende Frau und andere - scheinen aus der großen Masse der Stadtbewohner herausgerissen, um irgendwann wieder in ihrem Gewühl unterzugehen. Der eigentliche Protagonist des Romans ist jedoch die Großstadt New York in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts bis nach dem Ersten Weltkrieg.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.06.2016

Mit "Manhatten Transfer" hat John Dos Passos im Grunde das Genre des Großstadtromans begründet, erklärt Rezensent Alexander Cammann. Der amerikanische Autor hatte eine wilde Kollage aus kleinen Szenen, Sequenzen und Situationen zusammengestellt und mithilfe dieses vom Film inspirierten Kunstgriffs ein Panorama der Zeit zwischen 1896 und 1924 entworfen, fasst der Rezensent zusammen. Das ist lesens- und jetzt auch hörenswert, denn die hier vorgestellte Hörspiel-Fassung des Klassikers mit mehr als fünfzig Sprechern bietet eine kongeniale "akustische Soziologie der Moderne", lobt Cammann.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 04.06.2016

Elmar Krekeler empfiehlt John Dos Passos' Jahrhundert-Text in der Neuübertragung von Dirk van Gunsteren und gleich auch das auf dieser Ausgabe beruhende Hörbuch in der Regie von Leonhard Koppelmann. Für die Reise und auch so. Die meisterliche Montage des Textes zieht den Rezensenten immer noch rein, der Urknall der Moderne ist für ihn immer noch spürbar, wenn Dos Passos ansetzt, um drei Jahrzehnte Metropolengeschichte zu erzählen. Dass er die Übersetzung von 1927 liebgewonnen hatte, vergisst Krekeler bald. Und das Hörbuch erscheint ihm geradezu als Hörfilm, auch, weil der Text in seiner Urform und Urgewalt erhalten bleibt, wie der Rezensent erfreut feststellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2016

Hymnisch bespricht Alexander Kosenina diese Hörspiel-Adaption von John Dos Passos' Roman "Manhattan Transfer" von 1925. Die dem Hörbuch zugrunde liegende Neuübersetzung von Dirk van Gunsteren findet der Rezensent gelungen, auch das vierzig Personen zählende Sprecherensemble um Ulrich Noethen und Maren Eggert gefällt dem Kritiker. Insbesondere aber lobt er Leonhard Koppelmanns Inszenierung, in der einige Nebenfiguren gestrichen wurden, die Polyphonie des Disparaten und Dissonanten von Passos' Großstadtroman aber brillant eingefangen wird: Wenn aus dem Off knatternde, knallende oder quietschende Geräusche ertönen und von dem Komponisten Herrmann Kretzschmar eingespielte Saxophon-, Klarinetten- oder Trompetenklänge die Geräusche der Großstadt intonieren, glaubt der Kritiker die Energie New Yorks noch sinnlicher als im Roman zu erfahren. Nicht zuletzt bewundert Kosenina Koppelmanns Inszenierung der Dialoge und Bewusstseinströme der Figuren.
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