Gisela A. Erler

Demokratie in stürmischen Zeiten

Für eine Politik des Gehörtwerdens
Cover: Demokratie in stürmischen Zeiten
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2024
ISBN 9783451396687
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Sie ist vielseitig, ideenreich und unkonventionell: Gisela Erler hat sich über die Jahrzehnte in spannenden Rollen für die Mitsprache und den Protest von Menschen und Gruppen engagiert, die zu wenig Gehör in der politischen Debatte finden. Die Tochter des SPD-Politikers Fritz Erler hat als Forscherin, Politikerin und erfolgreiche Unternehmerin für eine gleichberechtigte und faire Gesellschaft gekämpft, geworben und gearbeitet. Am Kabinettstisch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann war sie als enge Vertraute ab 2011 maßgeblich an der Umsetzung der "Politik des Gehörtwerdens" beteiligt und daran, dass Baden-Württemberg heute das Musterland der Bürgerbeteiligung in Europa ist. In ihrem Buch beschäftigt sich Gisela Erler vor dem Hintergrund ihrer eigenen bewegten Biografie und ihren vielfältigen Erfahrungen mit der Frage, wie unsere Demokratie den aktuellen weltpolitischen Stürmen trotzt, wie der Populismus in Schach gehalten wird und vor allem, wie sich Bürgerinnen und Bürger konkret und zum Wohle aller einmischen können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2024

Rezensentin Claudia Henzler hat Gisela Erlers Plädoyer für Bürgerräte mit Interesse gelesen. Die ehemalige Staatsrätin für Bürgerbeteiligung unter Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg möchte sie aus zufällig ausgelosten Bürgern zusammensetzen und erklärt, unter welchen Bedingungen - Zugang zu Fachleuten, gelingende Moderation, Verpflichtung der Regierung zur ernsthaften Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und zur Argumentation von Absagen - Bürgerräte ihrer Ansicht nach als politisches Instrument funktionieren können. Obwohl das Buch laut Henzler deutlich von Erlers eigener politischer Prägung durch die Kretschmann-Ära geprägt ist und sich die Rezensentin mehr konkrete Beispiele aus der Praxis gewünscht hätte, kann sie Erlers Aufruf zu einer grundlegenden politischen Reform empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2024

Rezensent Rüdiger Soldt liest das Erinnerungsbuch der Grünen Gisela Erler mit großem Interesse. Ob Erler über den Weggefährten Winfried Kretschmann schreibt oder  seinerzeit neue, von den Grünen propagierte Beteiligungsformate wie Bürgerräte und Bürgerforen diskutiert - immer, so findet Soldt, schreibt die Autorin kritisch, wenngleich mitunter ein bisschen desillusioniert angesichts der Kehrtwende der Union in Sachen Bürgerbeteiligung und des derzeitigen Populismus in der Politik. Gern hätte Soldt noch mehr zu dieser Stimmungslage und ihren Auswirkungen auf politische Partizipation gelesen. Im Ganzen bietet der Band Einblicke in ein bewegtes politisches Leben, meint er.

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