Giorgio Scerbanenco

Die Verratenen

Roman
Cover: Die Verratenen
Kremayr und Scheriau Verlag, Wien 2002
ISBN 9783218006996
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Christiane Rhein. Sanft lässt in einem Vorort von Mailand die junge Frau das Auto über den Rand der Brücke ins Wasser gleiten. Das Paar auf der Rückbank spürt nicht, wie es dem sicheren Tod entgegen geht, denn Alkohol und gutes Essen haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Die junge Frau aber fährt ins Hotel zurück, packt ihre Sachen und kehrt heim nach Amerika. Die Polizei steht vor einem Rätsel: Innerhalb weniger Tage haben mehrere Menschen in einem Vorort von Mailand ihr Leben verloren. Ihre Autos stürzten in den kleinen Fluss des Ortes. Erst der ehemalige Arzt Duca Lamberti bringt Licht in die mysteriösen Vorgänge...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002

Zwei Romane von Giorgio Scerbanenco sind neu erschienen: "Die Verratenen" und "Der lombardische Kurier". Peter Henning offenbart in seiner Doppelbesprechung seine Begeisterung für den 1969 verstorbenen italo-ukrainischer Autor. Der notorische Vielschreiber, der sich auch in Horrorgeschichten, Science-Fiction-Romanen und erotischen Erzählungen versucht hat, sei lange von der Kritik "totgeschwiegen" worden, berichtet der Rezensent, der den vier Bänden um den ehemaligen Mailänder Arzt Lamberti "erstaunliche literarische Qualität" attestiert. Aus diesem Grund freut er sich über die deutsche Neuedition des dritten und vierten Bandes, wobei er den dritten Band "Der lombardische Kurier" gar für den "wahrscheinlich besten Lamberti-Roman" hält. Die Schilderungen aus dem Mailand der fünfziger Jahre beeindrucken Henning als tiefgehende Einsichten in die wachsende "bedrohliche Anonymität" der Stadt, und er findet, dass sich die Bücher wie "Mailands innerste Topografie" lesen. Er preist diese "atmosphärisch dichten Noir-Romane" die sich nicht um die Unterscheidung von "Literatur und Unterhaltung" kümmern und meint, die vier Krimis, von denen zwei in diesem Band vereint sind, haben Scerbanenco zu Recht berühmt gemacht.
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