Gilbert Adair

Ein stilvoller Mord in Elstree

Evadne Mounts zweiter Fall
Cover: Ein stilvoller Mord in Elstree
C. H. Beck Verlag, München 2007
ISBN 9783406563706
Gebunden, 302 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jochen Schimmang. Und hier ist sie wieder, in Begleitung ihres loyalen und geduldigen Partners, des früheren Chefinspektors von Scotland Yard, Eustace Trubshawe: Evadne Mount auf den Spuren eines noch gemeineren, genialen Mordes. Eine Schauspielerin, Evadnes beste Freundin Cora Rutherford, wird vergiftet, und zwar nicht nur vor laufender Kamera, sondern auch vor aller Augen am Set im Filmstudio. Nur sechs Menschen hatten die Gelegenheit, sie zu vergiften, aber keiner von ihnen besitzt ein erkennbares Motiv. Doch Evadne Mount entdeckt, dass sie alle ein Motiv hatten, ein anderes, früheres, noch ungelöstes Verbrechen zu begehen, doch da wiederum hatte keiner die Gelegenheit. Bei der Auflösung dieses verwickelten Falles, der bis zum Schluss äußerst rätselhaft bleibt, werden nicht nur alle Register des klassischen Kriminalromans gezogen, sondern eine zweite hohe Kunst kommt zur Sprache: die des Films und eines ihrer berühmtesten Regisseure.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2008

Das Grundproblem jeder Fortsetzung ist die Bewahrung der Originalität des Erstlings, ohne sich zu wiederholen. Mit "Ein stilvoller Mord in Elstree", der Fortsetzung des hochgelobten Gilbert Adairs-Krimis "Mord auf ffolkes Manor", ist Rezensent Thomas Hermann nicht sehr glücklich geworden. "Aufgewärmt" und wie "eine lockere Fingerübung" erscheint ihm der ganze Roman, den Adair auf Drängen des Verlags nach dem Erfolg des ersten Krimis geschrieben hat. Die üblichen Krimielemente, Täuschung und Illusion, halten den anfänglich guten Roman zwar zusammen (der Krimi spielt überdies in der Scheinwelt eines Filmstudios), so der Rezensent, die geschwätzige Belanglosigkeit, die das Buch im Verlauf immer stärker entwickelt, führt beim ihm aber schließlich zur "finalen Ent-Täuschung".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2008

Thomas Scholz schätzt Gilbert Adairs Kriminalroman "Ein stilvoller Mord in Elstree" als ebenso intelligentes wie amüsantes Lesevergnügen. Er begrüßt, dass wie in "Mord auf ffolkes Manor" die Krimiautorin Evadne Mount und der Chefinspektor a. D. Eustace Trubshaw ermitteln, diesmal im Fall einer Schauspielerin, die vor laufender Kamera ermordet wird. Adair demonstriert dabei für Scholz erneut, "wie unterhaltsam postmoderne Literatur sein kann". Das Buch scheint ihm eine wunderbare Mischung von "postmoderner Brechung" und Hommage auf Krimis von Agatha Christie und anderen Altmeistern des Genres. Bei der Lektüre ist er auf eine Vielzahl von Anspielungen und Verweisen gestoßen, nicht nur auf andere Krimiklassiker, sondern auch auf die Filmwelt der Nachkriegszeit, auf Hitchcock und Truffaut. Dabei hebt Scholz hervor, man könne an dem Buch seine Freude haben, auch ohne diese Verweise zu entdecken. Schließlich findet er den Roman "gleich zweifach gelungen - postmodern und kriminalistisch".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007

"Ungeheuren Spaß" macht Rezensent Christoph Schröder dieser Krimi von Gilbert Adair mit dem Ermittlerduo Evadne Mount und Eustace Trubshawe. Hin und weg ist der Rezensent schon von den Namen der Protagonisten, die nach "Mord auf ffolkes Manor" in einen neuen Fall schlittern. 1946, zehn Jahre nach dem letzten Fall, müssen sie in London einen bis auf Seite 132 hinausgezögerten Mord an einer Schauspielerin vor laufender Kamera aufklären. Krimiautorin Mount erinnert den Rezensenten an Miss Marple und Agatha Christie in einer Person, in Chefinspektor Trubshawe sieht er Hercule Poirot mit Inspektor Clouseau gekreuzt. Das Spiel mit dem Leser und die Hommage an Agatha Christie sind für ihn der Motor dieses mit "einer schrulligen Liebesgeschichte" unterfütterten "glänzenden Unterhaltungsromans".
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