Gilbert Adair

Blindband

Roman
Cover: Blindband
Edition Epoca, Zürich 1999
ISBN 9783905513134
Gebunden, 224 Seiten, 20,20 EUR

Klappentext

John, der erfolgreiche junge Finanzjongleur, ist seiner sinnleeren Tätigkeit überdrüssig und sucht eine neue Herausforderung. Da trifft es sich gut, dass Sir Paul, der vereinsamte alternde Schriftsteller, eines willigen Helfers bedarf. Was sich als unspektakuläres Arbeitsverhältnis zwischen treuergebenem Adlatus und grimmigem Dichterfürsten anlässt, nimmt in diesem Dialogroman zusehends klaustrophobische, paranoide und schliesslich auch unverhohlen sadistische Züge an.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999

Höchst beeindruckt zeigt sich Michael Maar von diesem Roman. Besonders Adairs offensichtliche Freude an einem komplizierten Plan, in dem kleinste Details eine bedeutende Rolle spielen, ringen ihm Respekt ab. Besonders wichtig ist dabei die Blindheit Paul Readers. Denn da das Buch in Dialogform angelegt ist, sind sowohl Paul Reader wie auch der Leser auf Äußerungen der Gesprächspartner des Blinden angewiesen, Nicht-Ausgesprochenes muss erfühlt, erahnt werden. Dabei gelinge es Adair außerordentlich gut, eine Atmosphäre heraufzubeschwören, bei der sich dem Leser "die Nackenhaare aufrichten". Dem Lektorat allerdings wirft Maar etliche Schlampigkeiten vor. Die Übersetzung habe einen ausgeprägten Schweizer (und damit nicht neutralen) Zungenschlag.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

In einer Kurzkritik von wenigen Zeilen äussert sich K. H. Kramberg kryptisch über Adairs neuen Roman. Zunächst stellt er für sich fest, dass an dem Ausgang der Geschichte wohl nur "Sadisten allererster Ordnung" ihre Freude haben können. Dies scheint jedoch ein Lob zu sein. Denn abschliessend erklärt Kramberg, dass, wer diesen "furiosen" Stoff nicht mag, "keine Gnade" verdiene.
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