Herausgegeben von Franz Mathis und Wolfgang Weber. Mit 38 farbigen Abbildungen, 37 Grafiken und zahlreichen Tabellen. Die Geschichte Vorarlbergs seit 1945 spiegelt in vielfacher Hinsicht den gewaltigen Modernisierungsschub der österreichischen Bevölkerung in dieser Zeit wider. Allerdings lassen sich trotz der grundsätzlichen Gemeinsamkeiten in der demographischen Entwicklung und dem Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft eine Reihe interessanter, regional bedingter Akzentuierungen und Abweichungen beobachten, die dem "Ländle" eine gewisse Sonderstellung verleihen. Vor allem der Gegensatz zwischen den beharrenden Kräften auf der einen und dem nicht zuletzt durch die frühe Industrialisierung und Urbanisierung ausgelösten Modernisierungsdrang auf der anderen Seite war in Vorarlberg stärker ausgeprägt als anderswo.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.10.2001
Der 6. Band der Geschichte der österreichischen Bundesländer seit 1945 nimmt in 20 Kapiteln das "Ländle" Vorarlberg in den Blick. Die einzelnen Kapitel sind den Rubriken Bevölkerung, Wirtschaft und Politik zugeordnet und verdeutlichen dem Leser, so der mit P.S. zeichnende Rezensent, nur implizit die Unterschiede zwischen "Vorarlbergern" und "Innerösterreichern". Soll man nun von einer unterschiedlichen "Mentalität" beziehungsweise einer Distanz der Region zum Rest der zentralistisch organisierten Republik sprechen? Der Rezensent antwortet diese Frage nach der Lektüre des Buches mit einem entschiedenen "Ja". Er verweist dabei auf einige prägnante Stationen in der Geschichte Vorarlbergs: Auf den "Alemannen-Kult" der 60er Jahre, mit dem Werte wie Fleiß, Sparsamkeit, Religiosität und Heimattreue verbunden waren, auf die Proteste von 20 000 Vorarlbergern, die erreichten, dass ein Bodenseeschiff auf den Namen "Vorarlberg" statt auf "Karl Renner", den Kanzler der Ersten und der Zweiten Republik, getauft wurde und auf die 1980 angestrengte Initiative "Pro Vorarlberg". Bedauerlich findet der Rezensent, dass in der Darstellung Gegensätze zu wenig reflektiert werden: Trotz der ungebrochenen Dominanz eines politischen Konservatismus gebe es dennoch Entwicklungen in Wirtschaftsstruktur, Gesellschaft und Kultur. Letztere sei es, die ein wenig Farbe ins "Schwarz" bringt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…