Über 700000 Frauen in Deutschland leiden unter Magersucht oder Bulimie, weitere 6 Millionen an anderen Essstörungen. Gesa Herbst eröffnet den Betroffenen und Angehörigen, wie Hilfe und Verständnis möglich ist. Gesa Herbst weiss, wovon sie berichtet: zwei Jahre lang hat sie sich darauf konzentriert, was sie aß - oder besser, was sie nicht aß. Nach Abschluss ihrer Diplomarbeit, in der sie mit Texten und Fotos ihre Magersucht beschrieb, suchte sie Kontakt zu anderen an einer Essstörung Leidenden. Aus den Begegnungen entstand dieses Buch: es erzählt über die Binnenwelt von Menschen, die an Bulimie, Magersucht oder Esssucht leiden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2001
Der mit "aw" zeichnende Rezensent ist stark beeindruckt von Gesa Herbsts "Fremdkörper", das die Magersucht, von der auch die Autorin selbst betroffen ist, zum Thema hat. Schon das Titelbild, das die abgemagerte Fotografin zeigt, spiegele das dem Thema eigene Entsetzen wider. Fünf Magersüchtige, unter ihnen die Herausgeberin, schildern ihre Erfahrungen, wobei das Ziel nicht ist, so "aw", Erfolgsrezepte zum Umgang mit der Krankheit zu liefern, sondern "fünf Menschen sichtbar zu machen, die an ihrem Verschwinden arbeiten" und die trotz aller Reflexion nicht in der Lage sind, sich aus dem Teufelskreis der Eßstörung zu befreien. Erfreulicherweise gehe es der Herausgeberin nicht darum, "überraschende Analysen" zu liefern, sondern darum, dem Leser durch die fünf Protokolle einige Einblicke in den von der Krankheit geprägten Alltag zu gewähren, lobt der Rezensent.
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